Metal Autumn II | Mit: Groundville Bastards, Lost In A Maze & Kerium

Verfasst am 04. Oktober 2026 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen, Regionale Bands) — 33 views

02.10.2026 – TuS-Halle, Aschaffenburg

Die Meinungen zum Metal Autumn könnten nicht widersprüchlicher sein.
Zum einen gibt es Leute, die die Idee der Headbanger School als Mummenschanz zum Fremdschämen abtun und rigoros boykottieren, was rund um die ehemals als Aprilscherz gestartete Headbanger School „Hair Force One“ stattfindet. Zum anderen haben sich aber auch etwa 150-200 Besucher in die TuS- Halle in Damm gewagt, um dem kontroversen Treiben beizuwohnen, Spaß zu haben, Live-Musik zu hören oder einfach nur neugierig zu beobachten, was da so passiert.

Wie soll man das also bewerten? Braucht man eine deutsche Meisterschaft im Headbangen?
Wahrscheinlich genauso wenig wie Weltmeisterschaften im Luftgitarre spielen (vor kurzem in Finnland) oder Metal Yoga in Wacken. Und warum soll man jemandem verbieten, bei solchen Aktivitäten Spaß zu haben? Eben!

Und ehrlich gesagt ist es doch erstmal schön, dass überhaupt jemand Bock darauf hat, in der Region etwas zu veranstalten – egal wie man dem Rahmenprogramm gegenübersteht.

Lost In A Maze

Der Abend beginnt mit einer Bang-Performance von Headbangers Paul und einigen Worten der Veranstalter bevor der erste Live-Act Kerium gegen 20:00 Uhr die Bühne entert. In den 13 Jahren Bandbestehen habe ich die Truppe schon einige Male auf der Bühne gesehen – nicht alle Auftritte davon empfand ich ganz sattelfest. Manche davon sogar ziemlich holprig – doch heute macht das Quartett einen wirklich guten Eindruck und füllt die Rolle als Einheizer sehr gut aus und liefert die beste Performance, die ich von den Aschaffenburgern bisher gesehen habe.

Headbanger sind bis dato jedoch nur vereinzelt zu sehen. Die Jury (bestehend aus Eva von One Step Closer, Steven von Orden Ogan und Physio Lukas) hat also noch wenig zu tun.

Es folgt eine der (leider) sehr seltenen Shows von Lost In A Maze. Der in den 90ern verwurzelte Groove-Metal ist live eine Wucht und die Band zockt sich trotz sehr kurzfristigem Ersatz am Bass (starke Leistung von Angelo (Blutjungs)!) unfassbar cool und souverän durch neuere Songs und ältere Klassiker („Absolute Power“!). Das macht so viel Spaß, dass die Sehnsucht nach dem lange erwarteten neuen Album direkt noch größer wird.

Vor, während und nach der Show der Cover-Band Groundville Bastards wird nach dem deutschen Meister im Headbangen gesucht – und am Ende in Oliver Bröll gefunden. Während die Resonanz und Teilnahme am Wettbewerb (neutral beobachtet) eher mau ausgefallen ist, kann das Mainzer Quartett mit sehr gut umgesetzten Cover-Stücken von Motörhead, Metallica oder Iron Maiden jedoch voll punkten. Die Besucher sehen jedenfalls happy aus und scheinen den ganzen Abend über ihren Spaß gehabt zu haben. Und geht es am Ende nicht genau darum?

 

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