Arch Enemy | Vorbands: Lacuna Coil und The Haunted

Verfasst am 08. April 2017 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 370 views

04.04.2017 – Neue Stadthalle, Langen

Was für ein Aufgebot! Drei Bands, die alle schon eigene Headliner-Touren hatten sind losgezogen, um den Hessen die Genicke zu brechen.

Mit The Haunted ging es direkt knüppelhart los, „Dark Intentions“ und „Bury Your Dead“ ließen direkt die ersten Köpfe kreisen. Auch Sänger Marco war so aufgedreht, dass er sich mit seinem Mikro die Stirn blutig schlug. Anfangs waren die Instrumente etwas zu laut eingestellt, wodurch leider einige Melodien in einem konstanten Brummen untergingen und auch den Gesang unterdrückten, doch nach einigen Liedern wurde dieser Fehler korrigiert und bis zum Ende des Abends nicht wiederholt. Ansagen verkniff sich Marco größtenteils, die Band zog ihr Set an einem Stück durch; doch zwischendrin zeigte er immer seine Freude, verschenkte Handküsse und ließ erkennen, welche Freude er hatte auf der Bühne zu stehen und wie glücklich es ihn machte. Das Publikum erwiderte seine Glückseligkeit und feierte den knapp halbstündigen Auftritt entsprechend ab.

Verrückter wurde es mit Lacuna Coil: wortwörtlich, denn die Band trug modische Zwangsjacken, Gitarrist Diego hatte ein Einschussloch in der Stirn, Bassist Marco Zelati wurde skalpiert und Sängerin Cristina hatte blutige Kratzspuren am Oberkörper, doch Schlagzeuger Ryan stahl mit seinem wirklich gut gelungenen, aufgeschminkten Schädel optisch allen die Schau. Ebenso viel Mühe und Hingabe steckten sie natürlich auch in ihren Auftritt, „Blood, Tears, Dust“, „Trip The Darkness“, „Heaven’s A Lie“ und „Our Truth“ sind nur einige der Gassenhauer, die den Headbangern um die Ohren gehauen wurden und sie einen tollen Abend erleben ließen.

In der Umbaupause zeigte die Belegschaft der Stadthalle Nähe zu den Fans: Als einer während der Umbaupause laut „SLAAAYEEER!“ rief, reagierten sie sofort und spielten „Angel Of Death“, wofür sie grölenden Beifall ernteten.

Der krönende Abschluss kam aber erst noch: Arch Enemy bewiesen, weshalb sie als großartige Live-Band gelten. Optisch weniger auffallend als ihre Vorgänger, aber mindestens genau so energiegeladen spielten sie sich durch einen Großteil ihrer Diskographie: „Revolution Begins“, „War Eternal“, „Ravenous“, die Setlist war angenehm bunt gemischt. Nicht nur machten sie auf ihr aktuelles Live-Album „As The Stages Burn“ aufmerksam, sie bestätigten auch, dass ihr nächstes Studioalbum nahezu fertig ist! Weiter ging es anschließend mit Stücken aus der Gossow-Ära und darüber hinaus weiter, wie z. B. mit „Dead Eyes See No Future“ oder „Under Black Flags We March“, zu dem Alissa wie immer über die Bühne sprang und die schwarze Arch-Enemy-Fahne schwung.
Nach einer kurzen Zugabe, die mit „Nemesis“ endete, war ein phantastischer Abend zu Ende, der zwar ohne Großereignisse, aber dafür mit großartiger Musik gesegnet war. (ma)

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