Insomnium | Vorbands: Barren Earth und Wolfheart

Verfasst am 21. Januar 2017 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 300 views

12.01.2017 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Die diesjährige Hartmetallische Konzertsaison im Aschaffenburger Colos-Saal wird durch ein finnisches Melodic-Death-Metal-Paket eröffnet, das es in sich hat. Mit Insomnium und Barren Earth sind zwei bekannte Szenegrößen dabei und als Opener hat man sich die aufsteigenden Wolfheart mit ins Boot geholt.
Wolfheart machten dementsprechend am heutigen Abend die Eröffnung und bestechen mit ihrer Spielfreude. Leider war der Sound in den vordersten Reihen nicht so gut, doch dies besserte sich während des Auftritts zu meiner Freude. Weiter hinten war er jedoch wesentlich besser, hier konnte man hören, dass alle Akteure bestens abgemischt waren. Die Zuschauer bekamen ein Potpourri aus ihren beiden bisher veröffentlichten Alben inklusive eines neuen Songs geboten, wodurch sie von Anfang an Fest im Griff der Band waren und allen Aufforderungen sofort und mit großer Freude Folge leisteten. Alle Mitgleider der Band bringen dafür genügend Live-Erfahrung mit, immerhin ist Wolfheart das Kind aus den Projekten Black Sun Aeon, Before The Dawn und einigen mehr. Am Ende entstand so ein solider Auftritt, welcher durch „Routa Pt.2“ beendet wurde. Meiner Meinung nach einer der besten Songs, die je geschrieben wurden.

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Wolfheart

Als zweites kamen die Jungs von Barren Earth auf die Bühne. Barren Earth ist schon mehr oder minder eine Supergroup aus skandinavischen Musikern. Hier sind Mitglieder von Bands wie Moonsorrow, Kreator, Hamferd oder auch Turisas vertreten. Trotz dieser stilistisch verschiedenen Bands schaffen sie es, eine bestechende Mischung aus Doom und Death Metal zu erschaffen, welche im Publikum jedoch eher zaghaft wahrgenommen wird. Sie haben es auch denkbar schwer mit ihrer Musik zwischen zwei Melodic Death Metal Acts. Mir persönlich gefielen die schnelleren Nummern ein wenig besser, aber auch beim Rest der Zuschauer kam hier etwas Stimmung auf. Die Hälfte der Setlist bestand aus dem aktuellen Album „On Lonely Towers“, was aber keinen wundern sollte, da es im Veröffentlichungsjahr 2015 sehr viele gute Kritiken einfahren konnte. Nach 45 Minuten gingen aber auch sie von der Bühne und hinterließen einen mäßigen Eindruck. (san)

Insomnium legten wie angekündigt direkt mit ihrem aktuellen Album Winter’s Gate los, auf dem nur ein einziges Lied enthalten ist, das sich aber über ganze 40 Minuten erstreckt. Auf CD wirkte das Album auf mich stellenweise etwas zu schüchtern, wodurch es mich nicht auf Anhieb so überzeugen konnte wie seine Vorgänger und mehrere Durchläufe brauchte, um seine Stärken zu offenbaren. Live geht das Prinzip der Märchenerzählung jedoch voll auf, es sind gerade die schüchternen, ruhigen Momente, die dann eine ganz besondere Atmosphäre schaffen, in der man sich voll und ganz verlieren und alles um sich herum vergessen kann. Ein schönes Detail war, dass die Band während des ganzen Liedes nur von hinten angestrahlt wurde, wodurch man die Musiker mehr als die Erzähler im Hintergrund wahrnahm und sich noch mehr auf die Handlung der Geschichte einlassen konnte.
Nach einer gefühlten Viertelstunde war die Reise der Wikinger bereits wieder vorbei und zu Recht wurde die Band bereits jetzt mit tosendem Applaus gefeiert, wodurch die Zuhörer auch ihr Verlangen nach mehr kundtaten. Selbstverständlich ließen sich Niilo Sevänen und seine Nordmannen nicht zweimal bitten und legten sofort mit Mortal Share nach.
Insomnium gehören zu diesen Bands, denen man ansieht, dass ihnen jede Sekunde auf der Bühne das Herz vor Freude überlaufen lässt und diese Glückseligkeit springt unweigerlich auf alle Anwesenden über. Viele Bands erzeugen gute Stimmung: DevilDriver hinterlassen einen dabei mit Adrenalin vollgepumpt, nach einem Arch-Enemy-Konzert fühlt man sich bereit für eine Revolution, aber Insomnium sind das akustische Schmerzmittel, das einen für einen kurzen Augenblick als das Schlechte in der Welt vergessen lässt und so gab es wohl auch heute Abend niemanden, der den Colos-Saal unglücklich verlassen hat. Weitere Perlen des Abends waren unter anderem The Gale, While We Sleep und The Promethean Song.
Ob sie nach dieser Tour Winter’s Gate weiterhin regelmäßig spielen werden, sollte bezweifelt werden, da gerade auf Festivals meistens die Spielzeit gar nicht ausreichen würde. Wer dieses grandiose Lied/Album also live erleben möchte, sollte unbedingt eines der noch folgenden Konzerte aufsuchen! (ma)

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Insomnium

Fazit: Es ist ein schöner Abend gewesen, um in das Konzertjahr 2017 zu starten. Ein schönes Package für die kalten Tage, was zum Sinnieren und Schwelgen einlädt. Jedoch werden mir wohl die Opener Wolfheart am meisten in Erinnerung bleiben. (san)

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