Psychotisch und Heilig

Verfasst am 12. September 2008 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.056 views

Eisheilig | Vorband: Psycho Luna

10.09.2008 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Etwas kommt in deine Welt“ heißt das neue Album von Eisheilig, welches die Band heute zum Auftakt ihrer Tour live im Colos-Saal vorstellen wollen. Leider wollen diesem Ereignis nicht allzu viele Besucher beiwohnen, woran wohl der (noch) recht geringe Bekanntheitsgrad und der eher unglückliche Live-Spieltag Mittwoch schuld sein dürften. Etwa 100 Zuschauer finden sich aber dennoch im Laufe des Abends ein.

Psycho Luna eröffnen pünktlich die Beschallung und sorgen mit ihrem wilden Mix aus Gothic, Punk und Neuer Deutscher Welle erst einmal für überraschte Gesichter. Kaum hat man die drei Jungs und das Mädel in eine Schublade gesteckt, springen sie auch schon wieder heraus und liefern den musikalischen Gegenbeweis. Das Ganze ist anfangs noch recht verwirrend, funktioniert jedoch mit jedem weiteren gespielten Song immer besser und erweist sich zum Schluss als durchaus erfrischend (wozu die Spielfreude der vier Kölner ganz sicher ihren Teil dazu beigetragen hat).

Ein atmosphärisches Intro mit Seemannsflair läutet im Anschluss die Zeit von Eisheilig ein. Das Meerrauschen und die Möwenschreie klingen aus und werden von harten Riffs und rauem Gesang abgelöst. Die (anfangs leider viel zu leise) Gitarre dominiert den Sound der Band, die nicht nur Stücke ihres neuen Albums, sondern auch ältere Stücke wie „Vater Unser“ oder „Flug der Möwen“ präsentiert. An Vergleichen mit Rammstein kommt man bei dieser Stilart natürlich nicht vorbei – jedoch spielen Eisheilig etwas räudiger und schmutziger als die Berliner Genrekollegen. Vor allem Sänger Dennis verbleibt nicht nur in langsamen und tiefen Regionen, sondern präsentiert sich mit flexibler, mal wütender – mal sanfter Stimme. Passender wäre hier eher ein Vergleich mit Richthofen oder Die Allergie. Auffallend gut sind die deutschen Texte des Quartetts, die nach etwa 75 Minuten (incl. Zugabe) trotz wenigen Zuschauern zufrieden von der Bühne gehen können. (mk)

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