Wieder ein Stück besser

Verfasst am 31. August 2009 von Mathias Anthes (Kategorie: Festival-Rezensionen) — 2.114 views

Summer Breeze Open Air 2009:
13.-15.08.2009 – Flugplatz Aeroclub, Dinkelsbühl

Wer mit dem Auto anreiste, wurde 2009 positiv vom Summer Breeze überrascht. Gab es 2008 nur kümmerliche zehn Kontrollschleusen, so wurde man dieses Jahr an satten 40 Schleusen abgefertigt. Dadurch wurden die Kontrollen natürlich immens beschleunigt und man konnte endlich auf den Zeltplatz, um das Festival zu genießen. Auch bei der Tontechnik wurde verbessert. Zwar gab es immer noch Pannen und teilweise schlechten Klang, aber es war kein Allgemeinversagen wie im vorherigen Jahr.
Neben diesen Verbesserungen wurde natürlich das bereits Gute beibehalten. So waren die Sanitärenanlagen wieder einmal in gutem Zustand und wurden oft gereinigt, die Sicherheitskräfte waren freundich wie immer und leisteten gute Arbeit bei der Leibesvisite auf dem Weg zum Festivalgelände. Dort gab es dieses Jahr wieder viele erstklassige Bands zu sehen – deshalb nicht weiter lange gefackelt, hier sind die Rezensionen zu den Bands des Summer Breeze 2009! (mat, ma)


Mittwoch, 12.08.2009

Cypecore (18:15 – 18:40/Party Tent)
Im Zuge des Newcomer-Wettbewerbes, der traditionell das Festival im Zelt eröffnet stachen besonders Cypecore und Second Relation hervor. Während erstere lupenreinen, energiegeladenen Göteborg-Sound im Stil von In Flames zu Colony-Zeiten auf die Bühne zauberten, überraschten die extrem jungen Second Relation (deren Gitarrist geschätzte 13 Jahre alt ist) mit stark von Opeth inspiriertem Progressive Rock mit dem sie sich schlussendlich auch gegen die vier Konkurrenten durchsetzten und den Eröffnungsplatz am Folgetag gewannen. (mk)

One-Way Mirror (20:00 – 20:40/Party Tent)
Für mich die erste Band des Summer Breeze 2009, und sofort ein absoluter Kracher! Die Band legt eine gewisse Ähnlichkeit mit Mnemic und Soilwork an den Tag – was wohl daran liegt, dass Mnemic-Sänger Guillaume Bideau und Soilwork-Schlagzeuger Dirk Verbeuren mit von der Partie sind. Dem Publikum gefiel es genau so gut wie mir und ging zu den Songs ab als gebe es kein morgen. Ein klasse Auftritt und eine absolute Empfehlung meinerseits! (ma)

Cataract (23:05 – 23:55/Party Tent)
Fällt aus, weil is‘ nich‘. (ma)

God Dethroned (23:05 – 23:55/Party Tent)
God Dethroned übernahmen die Position von Cataract, da diese Probleme bei der Anreise hatten (sie spielten im Anschluss an Powerwolf). Etwas schade für den eigentlichen Hauptakt, doch den Metallern war’s recht egal, sie gingen trotzdem ab wie Schmidts Katze. Bei Songs wie „Under A Darkening Sky“, „Serpent King“ und „Villa Vampiria“ bleibt einem aber auch kaum etwas anderes übrig! Also trotz der „frühen“ Spielzeit ein absolut voller Erfolg für die Niederländer. (ma)

Powerwolf (00:15 – 01:00/Party Tent)
Powerwolf sorgen in Anschluss dann gleich für eines der Festival-Highlights 2009. In einer dynamischen, unglaublich energiegeladenen Show feuerten die Jungs um Sänger Attila Dorn und Gitarrist Matthew Greywolf die klischeetriefenden Mitsinghymnen in die zuvor gesegnete Meute und ernten tosenden Applaus und eine maximale Ausbeute an Pommesgabeln. Egal ob bei „We Take It From The Living“ oder „Kiss Of The Cobra King“ – die Stimmung ist bombastisch und die Band liefert einen hammermäßigen Auftritt ab. (mk)


Donnerstag, 13.08.2009

Second Relation (13:00 – 13:25/Pain Stage)
Traditioneller Weise wird auch das Summer Breeze 2009 vom Gewinner des Newcomer-Wettbewerbs eröffnet. In diesem Jahr sind dies Second Relation, die – wie bereits zuvor erwähnt – mit ihrem ruhigen, melancholischen Progressive punkten können. Den überlangen Stücken würde jedoch etwas mehr Dynamik in Form von Grunts sehr wohl tun. (mk)

Katra (13:30 – 14:05/Main Stage)
Im Anschluss: Katra. Dass die Band um die gleichnamige rothaarige Sängerin als zweite Band des Tages Mühe hat die Fans zu mobilisieren, hat sicher nichts mit der für viele noch frühen Mittagszeit zu tun. Eher damit, dass der finnische Gothic Rock einfach viel zu öde und langweilig ist. (mk)

Deadlock (14:10 – 14:50/Pain Stage)
Techno auf einem Metal-Festival? Deadlock machen es möglich – und die Metalheads klatschen sogar mit! Nachdem das Intro ausgeklungen war, ging es aber mit handfestem Melodic Death Metal weiter, der die überraschend große Menge mehr als zufrieden stellte. Besonders die hübsche Sabine Weniger konnte mit ihrer kraftvollen Stimme überzeugen. Von dieser Band wird man in Zukunft noch viel hören, denn sie haben eindrucksvoll bewiesen, dass sie einiges auf dem Kasten haben. (ma)

Vader (14:55 – 15:35/Main Stage)
Jetzt ist aber Polen offen! Die Death Metaller von Vader zerlegten mit bester Laune die Hauptbühne und ließen jede Menge Mähnen fliegen. Die röhrende Stimme von Sänger „Peter“ Wiwczarek heizte das Publikum immer weiter an, bis sich die kochende Stimmung in mehreren Walls Of Death entlud. Mit Titeln wieDark Age, Raise The Undead, This Is The War und Lead Us!!!haben Vader gezeigt, dass sie selbst nach 23 Jahren immer noch zu den besten Death-Metal-Bands gehören und live einfach eine Menge Spaß machen. (ma)

Grand Magus (15:40 – 16:25/Pain Stage)
Dass Grand Magus inzwischen über ihren Geheimtippstatus hinaus gewachsen sind, konnte man an der bereits recht großen Zuschauermenge vor der Pain Stage deutlich erkennen. Der groovige, schwere Doom´n´Roll der coolen Schweden kommt entsprechend gut an und verdient (bis auf das statische Bühnengeschehen der drei Herren) Applaus. (mk)

Equilibrium (17:25 – 18:10/Pain Stage)
Die Münchner von Equilibrium sind gern gesehene Gäste auf deutschen Bühnen, besonders auf dem Summer Breeze, denn hier spielten sie zuletzt vor fünf Jahren. „Habt Ihr verdammten Spaß?“, fragte Sänger Helge Stang. Und ja, wir hatten Spaß! Die gute Stimmung stieg noch weiter, als man eine bekannte Basslinie hörte, die wie die aus Michael Jacksons „Billy Jean“ klang – in dem Augenblick setzte sich Helge einen schwarzen Hut auf und versuchte sich mit dem Original zu messen. Doch ihm war wohl bewusst, dass er niemals dem King Of Pop das Wasser reichen könnte, und so spielten sie stattdessen ihre eigenen Songs weiter – aber der Wille zählt! Aber auch die eigenen Stücke reichten aus, um die Pagan Metaller vor der Bühne zu Begeisterungsstürmen hinzureißen. (ma)

Kreator (21:15 – 21:30/Main Stage)
Den Auftritt von Kreator konnte man nur schwer übersehen, mit einer riesigen, roten Nebelwand wurde der Auftritt angekündigt – wer das verpasst, ist selber schuld! Dem Intro „Choir Of The Damned“ folgte gleich der Titelsong des aktuellen Album „Hordes Of Chaos“, zu dem bereits wild gebangt wurde. Undwenn „Mille“ Petrozza fordert: „Gebt mir einen Mosh Pit, Ihr Penner!“, dann wird dem natürlich Folge geleistet! Später wurden die Regeln verschärft und ein „Bavarian Style“-Mosh-Pit wurde gefordert. Wie erwartet haben die Essener vor allem ältere Stücke gespielt, darunter „Pleasure To Kill“ und „Flag Of Hate“, was den Fans natürlich mehr als genehm war. Trotz ihres eigenen fortschreitenden Alters sind Kreator noch lange kein Fall für das Seniorenheim, sondern gehören noch viele Jahre auf die Bühne! (ma)

Cantus Buranus (22:40 – 23:55/Main Stage)
Dass der Cantus Buranus zwiespältig aufgenommen wird, war bereits im Vorfeld zu erahnen. Die zweigeteilten Reaktionen der Aufführung in Wacken ließen sich tatsächlich 1:1 auch nach Dinkelsbühl übertragen. Während eine Hälfte der Zuschauer begeistert dem imposant inszenierten Spektakel zuschauten, vergnügte sich die andere Hälfte lieber an Bier-, Essens-, oder Merchandise-Ständen und hinterließ große Lücken im Bereich vor der Bühne. Ich empfand die bombastische Show des riesigen Ensembles jedoch mehr als sehenswert. (mk)

Katatonia (00:00 – 01:00/Pain Stage)
Die Chance Katatonia live zu sehen bietet sich nicht häufig. Zumal sich die Schweden derzeit eigentlich im Studio befinden um ein neues Werk zu vertonen. Umso schöner, dass das Quintett die Arbeiten für den Breeze-Auftritt unterbrach. Die Band hatte jedoch Mühe, sich ins Set einzufinden und setzte das Eröffnungsdoppel „Consternation“ und „Soil’s Song“ gehörig in den Sand. Erst danach fanden sie allmählich ihre Form und konnten mit einem Best-Of ihrer Hits die Stimmung steigern. (mk)


Freitag, 14.08.2009

UnSun (11:00 – 11:30/Main Stage)
Nach der Eröffnungsgurke Katra am Vortag, sollte der Samstag auch nicht besser beginnen. Die polnischen UnSun (mit Ex-Vader-Gitarrist Mauser am Sechssaiter) langweilten die Anwesenden mit ebenso belanglosen und uninspirierten Gothic. (mk)

The New Black (11:35 – 12:05/Pain Stage)
Ganz anders die sypathischen Hessen von The New Black, die in der aufkommenden Mittagshitze mit ihren bierseligen Südstaaten-Rock-Hits im Stil der Black Label Society und einer Prise Thin Lizzy den perfekten Zeitpunkt erwischen und eine Menge Zuspruch vor der Bühne erhalten. (mk)

Battlelore (12:45 – 13:15/Pain Stage)
Die als Tolkien-Metal verschrienen Battlelore bewiesen, dass sie zu Unrecht nur auf diesen Aspekt ihrer Musik reduziert werden, sondern mehr können. Nicht wenige Anwesende waren überrascht, wie heftig und agil die Finnen zu Werke gingen. Und auch wenn die niedliche Sängerin Kaisa ab und zu mal neben der Spur lag, konnten melodische Brecher wie „House Of Heroes“ oder „We Are The Legions“ vollends überzeugen. (mk)

Callejon (13:20 – 14:00/Main Stage)
Dass Callejon nicht nur den Auftritt überhaupt wahrnehmen konnten, sondern auch noch einen richtig guten absolvierten, war überraschend. Warum? Weil sich Schlagzeuger Bodo Stricker wenige Wochen zuvor beim With Full Force noch die Hand brach. Doch die Jungs aus dem Zombieactionhauptquartier waren hoch motiviert, energiegeladen, gut drauf und wurde gebührend abgefeiert. (mk)

The Haunted (16:30 – 17:20/Main Stage)
Für mich waren The Haunted einer der Hauptgründe, das Summer Breeze zu besuchen. Meine mehr als hohen Erwartungen wurden voll erfüllt und sogar übertroffen. Sänger Peter Dolving war mehr als gesprächig und unterhielt das Publikum mit sehr humorvollen Ansagen, in denen er unter anderem seine Meinung zum Metalcore kundtat. Während andere Bands nur eine Wall Of Death fordern, sprang er direkt selbst ins Publikum und lief zum Wellenbrecher, um zu markieren, wo sie denn stattfinden soll. Wenn das mal kein Körpereinsatz ist! Nebenher spielten sie auch noch etwas Musik, zum Beispiel Moronic Colossus“, D.O.A.“ oder auch 99“. Nach diesem Thrash-/Death-Metal-Gewitter gab es zum Abschluss als Outro „It’s Not Unusual“ von Tom Jones zu lauschen, damit sich die erschöpften Metaller etwas erholen konnten. (ma)

Obscura (18:00 – 18:30/Party Tent)
Brachial, verspielt und progressiv. So könnte man den Auftritt und die Musik von Obscura mit Schlagwörtern beschreiben. Alle glänzten mit guter Laune, Lust auf das Musizieren und das Publikum stieg mit ein. Guter Sound verstärkte das Band zwischen Publikum und Musiker.
Die vier jungen Musiker ließen somit keinen Grashalm im Partyzelt stehen und bließen das Publikum förmlich um. Ich persönlich sehe sie als „böse“ Into Eternity an und war vollends begeistert! Eine der größten Überraschungen für mich auf diesem Festival. (mat)

Sabaton (19:20 – 20:10/Pain Stage)
Power Metal mit Eiern, der nicht weinerlich klingt, gibt es sowas? Jawoll, die kriegsgeilen Schweden von Sabaton sind der Beweis. Das erklärt auch, weshalb eine riesige Schar an Leuten gekommen war, um sich dieses Spektakel anzusehen. Sänger Joakim Brodén schien selbst nicht glauben zu können, wie viele Menschen sich eingefunden hatten. Während sie sich einerseits selbst feiern ließen, Hymnen wie „Primo Victoria“ sei Dank, zollten sie andererseits mit „Metal Machine“ allen großen Metal-Bands Tribut. Wenn Sabaton so weiter machen, wird ihnen selbst eines Tages in einem solchen Song gehuldigt! (ma)

Life Of Agony (20:15 – 21:30/Main Stage)
Im Vorfeld war ich skeptisch, was die Verpflichtung von Life Of Agony für das Summer Breeze betraf. Ich hätte wetten können, dass die Hardcore-Pioniere nicht aufs Festival passen und beim Publikum nicht ankommen. Weit gefehlt! Die Amis zelebrieren eines der Festival-Highlights überhaupt! Die Riffs Walzen alles nieder, Keith Caputo singt wie ein junger (und bekiffter) Gott und die Menge vor der Bühne geht schon vom ersten Song („River Runs Red“) an steil. Weltklasse! (mk)

Cynic (21:00 – 21:40/Party Tent)
Leicht jammernd, weil ich Life of Agony verpasste um einen guten Platz im Zelt zu ergattern, fieberte ich meinem Highlight entgegen: der Truppe um den sympatischen Mastermind Paul Masvidal. Doch schon mit den ersten Tönen vergaß man alles um sich herum und ergab sich vollends den atmosphärischen Klängen von Cynic. Weiterhin ließ sich meine Kinnlade erneut nicht mehr beim Anblick der Spielweise des Schlagzeugers Sean Reinert kontrollieren: weltklasse! Im Gesamten machte es richtig Spaß den 4 Bandmitgliedern zuzusehen, weil sie selbst unheimlich viel Lust hatten und die gute Stimmung des Publikums die Lust weiter steigerte.
Fazit: Genial und eine Steigerung der Vorfreude auf den 2. September, denn dort werden sie im Colos-Saal in Aschaffenburg ihr Können zum Besten geben! (mat)

Amon Amarth (22:40 – 23:50/Main Stage)
Wenn Amon Amarth spielen, ist eine große Show immer garantiert. Dieses Jahr ohne Wikinger auf der Bühne (von der Band selbst mal abgesehen), aber dafür mit umso mehr Pyrotechnik. Von Funkenregen über Feuersäulen, es war alles da, was Eindruck schindet. Leider kann man das nicht vom Ton sagen, während „Cry Of The Black Birds“ fiel gar der Bass komplett aus. Sänger Johan Hegg nahm’s locker und scherzte noch: „I guess German power cannot be trusted!“. Die Schweden sind wohl eine der beliebtesten Bands im Death Metal, doch Johan wusste seine Sympathie noch zu steigern: „German beer… the best beer in the world!“. Das Set beinhaltete viele Songs vom aktuellen Album Twilight Of The Thunder God, darunter den Titelsong, Free Will Sacrifice und Varyags Of Miklagaard. Leider mussten Entombed früh abreisen, so konnte L. G. Petrov seinen Gesangspart bei Guardians Of Asgaard nicht wahrnehmen, aber Spaß machte der Song trotzdem. Zum Schluss gab es das obligatorische Death In Fire, nachdem leider endgültig Schluss mit dem Raubzug war. (ma)


Samstag, 15.08.2009

Black Sun Aeon (11:35 – 12:05/Pain Stage)
Wer nach zwei Tagen in den Knochen noch früh morgens Energie hat, wird am letzten Festivaltag mit einigen Schmankerln belohnt. Schmankerl Eins: Black Sun Aeon. Das leicht nach Amorphis klingende Nebenprojekt vom auch zwei Bands später auftretenden Before-The-Dawn-Gitarristen Tuomas Saukkonen kann auch ohne Bassist, dafür aber mit grunzendem Schlagzeuger punkten. (mk)

The Storm (12:10 – 12:40/Main Stage)
Schmankerl Zwei: The Storm. Die dänische Band um die außerordentlich hübsche Schauspielerin und Sängerin Pernille Rosendahl (vielen vom Volbeat-Song „Mary Ann’s Place“ bekannt) hat zwar zu diesem Zeitpunkt noch kein Album veröffentlicht und ist entsprechend unbekannt, kann aber trotzdem einige Zuschauer für sich gewinnen. Der melodische Rock klingt viel versprechend und macht Appetit auf mehr. Nach einer halben Stunde und einem Gastauftritt von Volbeat-Sänger Michael Poulsen ist jedoch leider schon Schluss. (mk)

Grave (13:20 – 14:00/Main Stage)
Zur heißesten Mittagszeit stehen hunderte Metaller vor der Main Stage und schwitzen wie blöd – aber nicht wegen der Sonne, sondern wegen dem heftigen Mosh Pit, verursacht durch das Death-Metal-Ur-Gestein Grave aus Schweden. Egal ob mit schnellen Knüppel-Nummern oder langsam walzenden Stücken, Grave wissen, wie sie den Massen immer weiter einheizen können. Zu den gespielten Stücken gehören unter anderem „Into The Grave“, Morbid Way To Die“ und Christi(ns)anity“. Das vielfach geforderte Soulless“ hoben sie sich aber bis ganz zum Schluss auf, um den Auftritt würdig zu beenden. (ma)

Krypteria (14:05 – 14:45/Pain Stage)
Krypteria haben sich inzwischen auch einen festen Namen in der Szene erspielt. Diesen untermauern sie durch einen Soliden Auftritt mit Hits wie „Scream“, „Ignition“ oder „Devil Down“. Wie gewohnt spielt Sängerin Ji-In in lasziver Weise mit dem männlichen Teil der Fans und stachelt gekonnt zu Stimmung und Applaus an. (mk)

Born From Pain (14:50 – 15:35/Main Stage)
Born From Pain fallen weniger musikalisch, sondern hauptsächlich durch die gut gemeinten, aber zu Tode wiederholten Ansagen zum „Szenezusammenhalt“ auf. (mk)

Epica (15:40 – 16:25/Pain Stage)
Epica erwischen auch nicht ihren besten Tag. Hits wie „Sensorium“ oder „Menace Of Vanity“ sind zwar unter allen Umständen unanfechtbar, jedoch stören die massiven technischen Probleme von Sängerin Simone, die zudem auch nicht 100%ig fit zu sein scheint. Der Rest der Band – allen voran Schlagzeuger Ariën van Weesenbeek – gibt dafür doppelt Gas. Gitarren-Neuzugang Isaac Delahaye fügt sich hervorragend in die Band ein und wirkt vor allem in Punkto Bühnenperformance deutlich mehr als sein Vorgänger Ad Sluijter. Alles in Allem ein durchwachsener, aber guter Auftritt der Holländer. (mk)

Brainstorm (16:30 – 17:20/Main Stage)
Die wohl witzigsten Ansagen des Festivals gab Frontmann Andy mit seinem schwäbischen Akzent in der nachmittäglichen Sonne. Er brachte damit das Plublikum in Bewegung und begeisterte mit lustiger Selbstkritik: „Wollt ihr mit mir durch’s Feuer geh’n? – Boah, was für ’ne scheiß Ansage!“. Es wurde sogar richtig eng, als sich die Fans in den Schatten vor der Bühne drängten. Rein musikalisch brachten Brainstorm guten Heavy/Power Metal auf die Bühne und machten ordentlich Spaß beim Zuschauen und Mitmachen. (mat)

Moonspell (18:15 – 19:15/Main Stage)
Die alten Recken von Moonspell haben längst zu alter Stärke zurückgefunden und begeistern die Massen mit einer Jahrhundert-Setlist, die nahezu alle wichtigen Hits der Portugiesen enthält. Begonnen bei nagelneuen Brechern wie „Night Eternal“ hin zu Klassikern wie „Opium“ oder dem ultramächtigen „Alma Mater“ gibt es eine Knappe Stunde voll auf die Ohren. Ein Höhepunkt stellt für mich das ruhige „Scorpion Flower“ dar, bei dessen Einspielung von Anneke van Giersbergens Stimme ich bei 30° C in der Sonne noch Gänsehaut bekomme. Stark! (mk)

Legion Of The Damned (19:20 – 20:10/Pain Stage)
Verdammt soll sein, wer diesen Auftritt verpasst hat! Ein weiterer Holland-Export lässt die Metal-Gemeinde ihr Haupthaar kreisen. Nur wahre Kracher wurden gespielt, von „Death’s Head March“ über „Bleed For Me“ zu „Werewolf Corpse“, niemand konnte bei einem solchen Riffgewitter stillstehen. Wozu auch, die Tulpenfreunde sind nicht gekommen, um ein Kaffeekränzchen abzuhalten. Zum Schluss gab es noch das selbstbetitelte „Legion Of The Damned“, welches leider das Ende dieses Thrash-Spektakels bedeutete. Doch es muss schon mit dem Teufel zugehen, wenn diese Jungs nicht schon bald wieder auf deutschen Bühnen spielen! (ma)

Volbeat (20:15 – 21:30/Main Stage)
Volbeat sind mit Sicherheit eine der heißerwartetesten Bands des Festivals, was die „Volbeat!“-Rufe eindrucksvoll zeigten. Selbst live ist Michael Poulsens Stimme absolut unverkennbar und klingt genau wie auf Platte. Er war aber nicht alleine, Pernille Rosendahl war auch da, um ihren Gesangsteil in „Mary Ann’s Place“ zu übernehmen. Herr Poulsen sprach auch sein Beileid zu Michael Jacksons Tod aus, doch er heiterte die Metaller gleich wieder auf und meinte, so lange wir Lemmy haben, kann uns nichts erschüttern, gefolgt von „Lemmy!“-Rufen seitens des Publikums. Auch war er der Meinung, dass es zu viel Hass in der Welt gebe, und so gab es die wohl erste Wall Of Love in der Geschichte des Summer Breeze. Diese funktioniert wie eine Wall Of Death, doch statt in einen Mosh Pit zu enden, sollten sich alle Beteiligten umarmen, wenn sie sich in der Mitte treffen, was hervorragend klappte. Es gab auch eine Vorschau auf kommendes Material. So spielten sie den noch namen- und textlosen „The New Song“ mit improvisiertem Text. Volbeat haben definitiv einen der besten Auftritte des gesamten Festivals hingelegt und sich hunderte neuer Fans erspielt, wenn man nicht schon vorher vom Charme dieser Band in seinen Bann gezogen wurde. (ma)

Opeth (22:40 – 23:50/Main Stage)
Wer den Blog von Mikael Åkerfeldt bereits gelesen hat, wird es schon wissen: Opeth haben an diesem Abend das Pech gepachtet. Bereits nach dem Intro gibt der Verstärker von Fredrik Åkesson seinen Geist auf. Die durch die Fehlersuche bedingte riesige entstehende Lücke nimmt sämtliche Stimmung aus dem Auftritt heraus und wird durch ein Mitsingspiel (bei dem niemand mitsingt) und einen missglückten Jams auch nicht besser. Erst das eingeschobene akustische Cover von „Soldier Of Fortune“ stimmt wieder auf das Konzert ein, das nach Problembehebung allmählich wieder Fahrt aufnimmt. Wenige Songs später ist die Stimmung wieder auf Normalniveau und Opeth beweisen, dass sie trotz anhaltend schlechten Monitorsounds auf der Bühne die Großmeister des progressiven Metals sind. (mk)

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