Arch Enemy | Vorbands: Izegrim und Dying Gorgeous Lies

Verfasst am 15. Juni 2014 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.653 views

13.06.2014 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Gleich aus zwei Perspektiven haben wir das Konzert der schwedischen „Erzfeinde“ betrachtet. Unsere Redakteure Mathias und Neuzugang Sandro sind sich relativ einig: Es war geil! Lest hier die beiden Meinungen im Detail:

 

Mathias Anthes:

Damenabend im Colos-Saal, gleich drei Bands mit weiblichem Vorstand wollten das Publikum an die Wand schreien. Den Anfang machte die junge Band Dying Gorgeous Lies, die auf mich etwas nervös wirkte. Sängerin Liz hatte von Anfang bis Ende ein breites Lächeln im Gesicht, dass mich rätseln ließ, ob es einfach nur durch pure Freude kam oder ob sie sich selbst nicht ernst nehmen konnte. Grund für zweiteres gab es eigentlich nicht, ihre Growls waren nicht schlecht und auch der Rest der Band gab sein Bestes. Insgesamt war der Auftritt in Ordnung und die Kulmbacher kamen recht gut bei den Zuschauern an, doch da ist noch etwas Luft nach oben – und sei es nur, die Ausstrahlung auf der Bühne etwas souveräner wirken zu lassen.

Anschließend übernahmen die Niederländer von Izegrim, die ihre Sache etwas erfahrener erledigten als ihre Vorgänger. Schnell, hart und kompromisslos knüppelten sie drauf los, ohne sich großartig vorzustellen. Anscheinend waren sie aber bekannter als ich erwartet hatte, denn der Saal war bereits so voll, wie ich es erst beim Hauptakt erwartet hätte. Um die 30 Minuten Spielzeit voll ausnutzen zu können verzichtete Frontfrau Marloes auf Ansagen zwischen den Liedern, damit möglichst viel Material ihrer beiden Alben „Code Of Consequences“ und dessen Nachfolger „Congress Of The Insane“ die deutschen Zuhörer erreichen konnte – und die nahmen das Gehörte gerne auf.

Wohl nahezu ausverkauft war der Colos-Saal, denn als Arch Enemy mit ihrem Set begannen, konnte man zwischen die im Raum stehenden Leute höchstens ein Blatt Papier schieben. Die nun schwedisch-kanadische Formation war heiß ersehnt und versetzte mit den ersten Riffs die Masse in Wallung. Entweder war Sängerin Alissas erst kürzlich gebrochene Rippe bereits so weit verheilt, dass sie sie nicht mehr spürte oder sie kämpfte sich tapfer durch die Schmerzen, denn von ihrer Verletzung war nichts zu merken. Sie sprang wie wild über die Bühne, um das Publikum immer weiter anzuheizen, welches mit ekstatischem Headbangen antwortete. Volle zwei Stunden wurden wir verwöhnt; die meisten Songs kamen von „Khaos Legions“, während die neue Scheibe „War Eternal“ nur kurz angespielt wurde. Stattdessen wurden die Alben „Rise Of The Tyrant“ und „Wages Of Sin“ vermehrt wiedergegeben. Aufgelockert wurde das Programm durch ein Schlagzeug- und ein Gitarrensolo, die die Spielfreude der einzelnen Mitglieder unterstrichen. Nicht nur eine, sondern zwei Zugaben gab es zu hören, ehe nach bereits 20 Songs mit der Hymne „Nemesis“ der Abend endgültig beendet und die Band frenetisch gefeiert wurde. (ma)



Sandro Stanek:

Von einer schönen WM, super Wetter und Toplaune ließ ich mich diesen Abend in den Colos-Saal in Aschaffenburg tragen, um mich heute Abend von drei hübschen Damen „anschreien zu lassen“. An diesem Abend waren Dying Gorgeous Lies, Izegrim und die weltbekannten Arch Enemy im Colos-Saal und zeigten, was Programm ist. Einlass war 30 Minuten früher als auf dem Plan stand, jedoch war ich noch rechtzeitig da, um mir einen guten Spot in der zweiten Reihe erhaschen zu können.

Die Eröffnung machten Dying Gorgeous Lies, welche noch sehr jung und frisch wirkten (Gründungsjahr 2009). Die junge Band wurde gut vom Aschaffenburger Publikum aufgenommen, dafür haben sie auch gleich zwei brandneue Songs gespielt, welche auf ihrem neuen Album, das noch dieses Jahr rauskommen soll, sein werden. Allgemein machten sie einen soliden Auftritt und gingen nach rund 30 Minuten von der Bühne.

Nach einer 15-minütigen Umbaupause kamen auch schon Izegrim auf die Bühne, mit nicht mehr als einem Banner und ihren Instrumenten. Und die Niederländer gaben alles. Sichtlich gut gelaunt haben sie einfach drauf losgerotzt. Sie konnten das Publikum für sich gewinnen, welches auch sichtlich Spaß an den Jungs und der Dame hatte. Ihre Mischung aus Death/Thrash Metal erinnerte leicht an ihre Landsmänner von Legion Of The Damned. Nichtsdestotrotz war der eigene Sound rauszuhören. Nach 30 Minuten mussten auch sie die Bühne verlassen, jedoch wurden sie anständig verabschiedet.

Als letztes kamen die Headliner Arch Enemy auf die Bühne, welche dieses Jahr mit „War Eternal“, dem neuen Album, und Alissa White-Gluz, der neuen Sängerin, direkt zwei neue Dinge mitbrachten. Als großer Angela-Gossow-Fan war ich ziemlich skeptisch, ob Alissa die Bürde tragen kann und mir bleibt nach diesem Abend nur noch eins zu sagen: Arch Enemy sind besser als je zuvor. Trotz einer angebrochenen Rippe, was vorher in Interviews mitgeteilt wurde, sprang die gute Dame herum und tobte wie sonst was auf der Bühne. Und der sehr gut gefüllte Colos-Saal tat es ihr gleich: Man konnte kaum irgendwo ruhig stehen, weil die Menge eine einzige sich bewegende Masse war und die Herren und die Dame auf der Bühne abgefeiert haben. Mit einer guten Mischung aus neuen und alten Songs präsentiere man sich extrem stark und verließ die Bühne nach über 1 ¾ Stunden, um mit tosenden Applaus verabschiedet zu werden.

Fazit: Hammer Billing für 23€. Jede Band gut gelaunt, genauso wie das Publikum. Geiler Abend! Was will man mehr? (san)


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