Masterplan | Vorbands: Siren’s Cry, Jaded Heart & Mystic Prophecy

Verfasst am 13. Oktober 2013 von Sebastian Zeh (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.130 views

09.10.2013 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Das hatten sich alle Beteiligten glaube ich völlig anders vorgestellt. Als ich gut gelaunt an die Kasse des Colos-Saals ging und den netten Damen und Herren mitteilte, dass ich heute auf der Gästeliste stehe, hätte mich die etwas entgeisterte Reaktion vorwarnen müssen. Denn was ich nicht wusste, den Verantwortlichen der Location aber mehr als bewusst war, war die Tatsache, dass bis zum Konzerttag nur eine handvoll Tickets verkauft wurden.

Das bekam vor allem die erste Band Siren’s Cry zu spüren, die zu allem Übel auch noch früher anfingen, als im Internet und auf sämtlichen Flyern angegeben war. So spielten die Wiener um Sängerin Katie vor etwa 20 Zuschauern, die Stimmung war dementsprechend wenig euphorisch – das Publikum gab nur einen respektvollen Applaus nach jedem Song. Der Sound war, wie nicht anders gewohnt im Colos-Saal, sehr gut, wenngleich ich bei einer Band, die von sich selbst behauptet, Progressive Metal zu spielen, durchaus etwas komplexere Gitarrenläufe erwartet hatte.

Nach kurzer Umbauphase spielten um 19:45 Uhr dann die Schweden Jaded Heart. Mittlerweile hatte sich die Anzahl der Zuschauer verdoppelt, was der Stimmung aber trotzdem nicht wirklich zuträglich war. Der sehr klassische Sound der Hard-Rock-Band kam zwar besser an, aber so richtig mitmachen wollten die Leute immer noch nicht.

Das änderte sich erst, als Mystic Prophecy an der Reihe waren zu spielen. Mit der neuen Scheibe „Killhammer“ im Gepäck trafen die gut aufgelegten Mannen den Nerv des Publikums, was dazu führte, dass die Stimmung das erste Mal auch auf die zahlenden Gäste übersprang. Die Mischung aus neueren und älteren Songs stimmte und mit einem – textlich zugegebenermaßen etwas eigenartig vorgetragenen – Cover von Black Sabbaths „Paranoid“ hatten sie sich auch einen sehr guten Schlusssong ausgesucht. Auffällig war vor allem die Tatsache, dass das neue Album live wesentlich besser funktioniert als auf CD.

Alle Zeichen standen auf Wendepunkt, denn immerhin sollte nun endlich der Hauptact folgen, für den doch eigentlich die meisten hier gekommen sein sollten. Nach etwa sieben Songs die Ernüchterung: Kaum jemand kennt hier die Texte der Band. Auch Bewegung ist eher Mangelware. So verkam der Auftritt zu einer reichlich müden Angelegenheit. Auch wird deutlich, dass drei Vorbands mindestens eine zu viel waren. So langsam aber sicher machte die Musik keinen Spaß mehr. Und das, obwohl sich Masterplan sichtlich Mühe gaben, das Publikum zu animieren. Der neue am Mikro, Rick Altzi, war trotz seiner Erkältung in der Lage, die schwierigen Gesangslinien herauszuschmettern und auch die restlichen Musiker brachten eine mehr als ordentliche Leistung. Die Setlist bestand vorrangig aus älteren Songs, von der neuen Scheibe „Novum Initium“ habe ich bewusst nur zwei Songs wahrgenommen – „Black Night Of Magic“ und „Keep Your Dream Alive“. Besonders traurig war aber, dass die Band ob ihrer Leistung noch nicht einmal mit großen Begeisterungsstürmen belohnt wurde, als sie ihr reguläres Set beendet hatten. Sänger Rick musste das Publikum erst zu Zugabe-Rufen animieren!

Den Zwischenstopp im Aschaffenburger Colos-Saal werden alle Beteiligten sicher gerne vergessen wollen! Egal woran es lag, ob zu wenig Zuschauer (meiner Meinung nach nicht einmal 80), zu viele Vorbands oder mit dem Mittwoch ein zu ungünstiger Wochentag – das war eines Metal-Aschaffenburg-Logo-Feuer-EndversionMetalkonzerts unwürdig. (sz)

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