Arch Enemy | Vorband: Chthonic

Verfasst am 22. Juli 2012 von Gringer (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.798 views

02.07.2012 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Etwas Bedenken hatte ich beim Anblick des vollen Colos-Saal und den vielen, vielen ArchEnemy-Shirtträgern. Würden sie stocksteif dastehen und nur nach der Hauptband lechzen, während die außergewöhnlichen Chthonic die Bühne beehren?

Doch zum Glück weit gefehlt! In dem Pulk waren viele Die-Hard-Chthonic-Fans und auch der Rest der Besucherbande war ordentlich begeistert. Fantastisch. So mussten Chthonic gar nicht groß zur Animation aufrufen, sondern die Fans und die, die es werden wollten machten alle begeistert mit. Das Quintett selbst war noch mal deutlich härter und besser als auf Konserve und hat von Anfang bis Ende gewohnt kräftig Gas gegeben, auch wenn das nur eine gute halbe Stunde bedeutete. Songs wie „Legend Of The Seediq“, „Takao“ und „Broken Jade“ zwangen einen nur so zum Bangen bis die Schweißperlen rollten. Zum Glück hatten Chthonic auch ihre Erhu mit (nicht wie damals beim Wackenauftritt 2007), um ihren Songs die besondere Stimmung zu verleihen. Diese war sehr gut zu hören und brauchte den besondern Sound in unsere Herzen. Das ganze Konzert hat einfach verdammt viel Spaß gemacht.

Leider verging noch eine Ewigkeit, bis Arch Enemy dann mal loslegten. In der Zeit hätten Chthonic noch ein paar Songs zum Besten geben können – aber man kann ja nicht alles haben. Genauso wie Merchandise übrigens. Das suchte man von den Taiwanern vergeblich, was man aber bei der Anreise (und einen neuen Onlineshop für Europa) auch verstehen kann.
Dagegen warteten Arch Enemy mit einem eigens für den Colos-Saal gedruckten T-Shirt auf, welches reißenden Absatz fand. Damit war die Fanarmee gestellt und der Colos-Saal vollgestopft. Die Leute waren unheimlich heiß und feierten schon im Vorfeld alles ab – selbst als nur eine Fahne auf die Bühne gebracht wurde.
Dementsprechend ging es natürlich weiter ab, als die Band dann wirklich kam. Angela stellte fest, dass man dem Publikum keinen guten Abend wünschen müsse, weil es diesen schon hätte. Die gute Frau hat mal wieder stimmtechnisch gezeigt, wo der Hammer hängt: Geröhrt ohne Ende, um dann die Ansagen wieder fraulich zu gestalten. Stark. Zudem hatte sie auch den einen oder anderen guten Spruch für die Männlichkeit parat.
Leider war der Sound von meiner Position sehr matschig, auch wenn er sich im Laufe des Abends stetig verbesserte. Dennoch führte das dazu, dass mir einfach der Druck gefehlt hat. Es war aber leider nicht nur das – es hat mir einfach das gewisse Etwas gefehlt. Es war mir zu viel heile Welt beim „Khaos überm Colos-Saal“. Freude haben mir die sehr schönen Melodien der Songs gemacht, die zum Großteil aber vom Publikum und deren absoluten (für Aschaffenburg so typischen) Unfähigkeit zum Takthalten „kaputtgeklatscht“ wurden. Die Songauswahl war mir insgesamt auch einfach nicht passend. Aber ich werde einer der Wenigen gewesen sein, die einfach den Spirit von vor ein paar Jahren vermissen. Für die meisten dürfte es wohl der unvergessliche Abend gewesen sein, den Angela versprochen hat, an dem per Mikrofonkamera ein Teil der Chose mitgefilmt wurde und später auf einer Live-DVD nachgesehen werden kann. (lkb)

Tags: ,

Hinterlasse eine Antwort

*