Cannibal Corpse | Vorbands: Aborted, Lay Down Rotten

Verfasst am 26. Juni 2012 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 4.383 views

23.06.2012 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Als pünktlich um Neun die fünf Hessen von Lay Down Rotten die Bretter betraten, hat sich schon eine beträchtliche Menge vor der Bühne versammelt. Es scheinen heute viele Leute Bock auf eine gepflegte Portion Death Metal zu haben. Beste Vorraussetzungen für das Quintett, das mit dem neuen Album „Mask Of Malice“ im Gepäck den perfekten Anheizer gab. Einzig an der Performance können die Jungs noch schrauben. Mit etwas mehr Schwung lässt sich das Publikum sicher noch mehr antreiben.

Aborted, im Anschluss, liefern dann bereits mein persönliches Highlight ab. Mit unglaublicher Gewalt und einer perfekten Mischung aus ultrabrutalen, ultraschnellen Knüppel-Parts, groovigen Riffs und gebremsten Passagen sowie dem permanent zwischen Wahnsinn und irrem Enthusiasmus pendelndem Fronter Sven de Caluwé entfesseln die Belgier das reinste Inferno. Trotz wenig Platz auf der Bühne gibt die Truppe Vollgas und verwandelt den Pulk passend zum Artwork der neuen Scheibe „Global Flatline“ in eine leibhaftige Zombie-Apokalypse. Ein absolut beeindruckender Gig!

Dass Cannibal Corpse diesem Auftritt in Punkto Fan-Resonanzen noch eine Schippe drauflegen konnten, war klar. Schließlich waren gefühlt zwei Drittel der Anwesenden ja auch nur wegen den Death-Metal-Königen da. Dementsprechend wurden sämtliche Ergüsse der Amis mit einem von Beginn an fest installierten Moshpit bedacht. Bis zum letzten Song gab es unaufhörlich Action vor der Bühne – für die der menschgewordene Nackenmuskel alias Corpsegrinder auch kontinuierlich vorturnte.
Warum die Kannibalen an diesem Abend für mich trotzdem den Kürzeren ziehen? Zum einen lag es an der deutlich stumpferen Grundausrichtung des Materials. Nach gefühlt 10 Riffs pro Song bei Aborted wirkt nur noch eines pro Song erheblich primitiver. Zum anderen lag es am monotonen (oder monoton abgemischten?) „Gesang“ des Corpsegrinders, der zwar durchschlagskräftig – aber auf Dauer eben auch sehr dröge war.

Trotzdem war sicher jeder Fan nach der guten Stunde Spielzeit voll bedient, oder?

Text: (mk)
Fotos: (mst)

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