Rage | Vorbands: Communic, Týr, Scar Of The Sun

Verfasst am 01. April 2012 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 3.068 views

30.03.2012 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Wenn die Metal-Recken von Rage zum „Metal Firestorm 2012“ laden, dann folgen die treuen Anhänger gerne und füllen am heutigen Abend auch den Aschaffenburger Colos-Saal ordentlich aus.
Da sich unter dem Banner des Feuersturms noch drei weitere Bands angeschlossen haben, ist der Einlass etwas früher als gewohnt und lässt den Reigen bereits um 19:00 Uhr beginnen.

Die undankbare Aufgabe des Anheizers fällt den Griechen von Scar Of The Sun zu. Der progressive Power Metal des Quintetts erntet zunächst nur verhaltene Reaktionen der zu diesem Zeitpunkt bereits Anwesenden. Bis zum finalen „Gravity“ des letztjährigen Debüts „A Series Of Unfortunate Concurrencies“ konnten die Jungs jedoch einige Ohren für sich gewinnen. Trotzdem ist mit dem letzten Ton der verzichtbarste Teil des Pakets beendet.

Ganz im Gegenteil zu den bereits jetzt aufspielenden Communic. Nicht wenige Fans hatten gehofft, dass die Norweger erst an vorletzter Stelle (und mit entsprechend mehr Spielzeit) auf die Bretter steigen. Der Stimmung tut dies jedoch keinen Abbruch. Das Trio wird gebührend gefeiert und punktet sowohl mit Nahezu-Klassikern wie „Communication Sublime“ und „Raven’s Cry“ wie auch mit Stücken vom noch neuen Album „The Bottom Deep“ – von dem vor allem das brachiale „Destroyer Of Bloodlines“ richtig geil kracht!
Schlagzeuger Tor Atle Andersen mutiert heute zum Aktivposten und fordert unaufhörlich (sogar während dem Spielen) Reaktionen der Fans – und bekommt sie natürlich auch! Nicht nur deshalb ist die Stimmung bis zum Ende blendend. Wäre Oddleifs Gitarre von Anfang an noch laut genug gewesen, wäre sogar noch mehr gegangen.

Týr können leider in keinster Weise hieran anknüpfen – was schade ist, denn wann hat die Band schon mal die Möglichkeit, sich vor einem anderem als dem sonst typischem Pagan/Viking-Publikum zu präsentieren? Das Unterfangen scheitert heute aus mehreren Gründen. Erstens: Der Sound ist unglaublich dünn. Aus den beiden siebensaitigen der Gitarristen Terji und Heri kommt kaum Druck und selbst die vierstimmig vorgetragenen Chöre (wie z. B. im Opener „The Lay of Thrym“) wirken ausgehungert und mager. Zweitens: Klar, die Bühne ist eng. Alleine das Schlagzeug von Rage-Drummer Hilgers verschlingt geschätzt ein viertel der gesamten Fläche. Aber viel statischer als das Quartett kann man eine Performance kaum noch bringen. Drittens: Bis auf Basser Gunnar Thomsen scheint keiner der anderen Spaß zu haben. Oder wie erklären sich die gelangweilten Gesichtsausdrücke? So jedenfalls lässt sich keiner der Anwesenden mitreißen. Der Stimmungsabfall ist spürbar und hinterlässt trotz im Grunde guter Songs wie „Hold The Heathen Hammer High“ zunehmend große Lücken in den vorderen Reihen.

Gut, dass wenigstens auf Rage Verlass ist! Die sympathischen Ruhrpottler legen mit „Twenty One“ und „Forever Dead“ gleich zwei der besten Nummern ihrer aktuellen Scheibe „21“ vor und kündigen an, einige selten gespielte Nummern in die Setlist integriert zu haben. Und in der Tat! Oder wann hat die Truppe zuletzt „Light Into The Darkness“ (vom 1989er-„Secrets In A Weird World“-Album) oder „The Crawling Chaos“ gespielt?
Wie in jüngster Vergangenheit nicht mehr anders gewohnt, präsentiert sich das Trio unglaublich gut eingespielt – was sie im formidablen Instrumental „Unity“ eindrucksvoll unter Beweis stellen. Hier brilliert längst nicht nur noch Gitarrenheld Smolski. Wagner und Hilgers agieren auf Augenhöhe.
Die Fans fressen dem Dreier aus der Hand und sind nicht mal über das Fehlen von Standards wie „Higher Than The Sky“, „Straight To Hell“ oder „Black In Mind“ böse, weil statt dessen eben andere Schmankerl auf der Liste stehen – so kommt heute beispielsweise Oddleif Stensland von Communic zu „Eternally“ mit auf die Bühne.

Nach dem finalen „Soundchaser“ steht fest: Rage haben den dem Tourmotto entsprechenden Feuersturm unter den Anhängern entfacht! (mk)

Setlist Rage

  • House Wins (Intro)
  • Twenty One
  • Forever Dead
  • Paint The Devil On The Wall
  • Serial Killer
  • The Crawling Chaos
  • Light Into the Darkness
  • No Regrets
  • Unity
  • Eternally (mit Oddleif Stensland von Communic)
  • Refuge
  • Great Old Ones
  • Empty Hollow
  • Don’t Fear The Winter
  • Soundchaser

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