Helmet | Vorband: Fighting With Fire

Verfasst am 23. März 2012 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.258 views

20.03.2012 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Ist es wirklich schon 20 Jahre her, dass uns die New Yorker den Post-Grunge-Knaller „Meantime“ servierten? Ja, es ist tatsächlich wahr! Für Frontmann Page Hamilton Grund genug, diesem Highlight der Helmet-Discografie auf der aktuellen Tour besonderes Augenmerk zu schenken, denn das Werk genießt bei den Fans seit dem Erscheinen 1992 einen unantastbaren Kultstatus.

Bevor die Zeitreise in die Neunziger beginnt, dürfen die Iren von Fighting With Fire das zahlreich erschienene Publikum auf Betriebstemperatur bringen. Deren Mixtur aus Nirvana und schroffen Foo Fighters bildet einen prima Einstieg in die Zeitmaschine. Dass das Trio entsprechend gut ankommt ist klar, denn nicht wenige der Anwesenden scheinen die Grunge-Blütezeit selbst miterlebt zu haben.

Nach diesem Achtungserfolg und einer kleinen Umbaupause betreten dann die heiß erwarteten Amis von Helmet die Bühne und sehen sich einem hungrigen Publikum gegenüber (beim letzten Gastspiel im Aschaffenburger Colos-Saal waren noch deutlich weniger Gäste anwesend).
Los geht es mit einem Dreierpack aktuelleren Materials – zum Aufwärmen. Dann kündigt der wie eh und je sympathische Page Hamilton in fast akzentfreiem Deutsch, dass es nun Zeit für die „Meantime“ ist – vollständig, aber in umgekehrter Songreihenfolge. Ein cleverer Schachzug, denn so hebt sich das Quartett Kracher vom Schlage „In The Meantime“ oder „Ironhead“ bis zum Schluss auf. Das auf Platte abschließende „Role Model“ markiert den Beginn und bringt sogleich ordentlich Wallung in die vorderen Reihen. Dass die Stücke bereits 20 Jahre alt sind, merkt man zu keinem Zeitpunkt. Der unerbittliche Groove funktioniert heute genauso gut wie früher. Die Band bleibt indes ungewohnt reserviert und ruhig. Hamilton & Co. hätten die Reserven der Anwesenden mit einigen Aufforderungen noch ordentlich aufpeitschen können. So beschränkte sich der größte Zuspruch auf den vorderen Pulk – von weiter hinten gab es aber nicht unwesentlichen Applaus. Highlight war natürlich (und wie zu erwarten) der Über-Hit „Unsung“.
Nach dem finalen Titeltrack gab es noch einen kleinen Nachschlag mit frischerem Material, so dass fast alle Fans am Ende gut bedient waren. Nur der Wunsch nach „Betty“ blieb leider unerhört.

In dieser Form gehören alte Eisen wie Helmet noch lange nicht zu selbigem.

Text: (mk)
Fotos: (mst)

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