Saevitia – „Saevitia”

Verfasst am 04. November 2026 von Michael Klein (Kategorie: CD-Rezensionen, Regionale Bands) — 22 views

Saevitia gehören zusammen mit As Stormclouds Gather zu Aschaffenburgs ältesten Black-Metal-Formationen. Bereits Ende der Neunziger gegründet, hat sich die Band um Gitarristin Anna in den letzten Jahrzehnten jedoch in allen Belangen sehr rar gemacht. Liveshows waren selten, eine eigene Homepage nichtexistent und bis heute gibt es keine Veröffentlichung. Bis heute! Denn vor einigen Tagen hat die Band ihr lang erwartetes Debüt still, heimlich und leise auf Spotify hochgeladen (CDs folgen) – was beinahe einer kleinen Sensation gleichkommt!

Das selbstbetitelte Albums ist weniger eine Momentaufnahme als vielmehr das Konzentrat jahrzehntelanger musikalischer Arbeit (Songs wie „Dark Fallen Angels“ und „Dance Of Death“ reifen seit mehr als 20 Jahren im Bandfundus!), die den Spagat zwischen den Neunzigern und dem Hier und Jetzt mit schwarzer Eleganz meistert.
Der Geist der 90er ist im eiskalten Riffing stets zu hören, doch nichts an „Saevitia“ klingt retrospektiv verklärt. Der fette Sound (Recording, Mix und Mastering: Unleash The Sound) behält zwar stets seine old-schoolige Räudigkeit, bleibt aber modern ausgerichtet und trägt maßgeblich dazu bei, dass die Songs niemals antiquiert oder aus der Zeit gefallen klingen.

Was Saevitia aber am meisten auszeichnet, ist das unglaublich spannende Songwriting. Der melodische Black Metal verliert sich dabei nie in stumpfer Raserei, sondern überrascht mit unerwarteten Haken, Wendungen und abwechslungsreichen Strukturen.

So wartet das starke „Of Mourn And Nightfall“ mit groovigen Satyricon-Vibes („K.I.N.G“) auf. „Infinite Obscurity“ beginnt beinahe als Bolt-Thrower´sche Walze, wird aber im weiteren Verlauf bis auf seine folkig-ruhigen Grundwurzeln abgebrannt um schließlich Phönix-gleich wieder in berstenden Flammen aufzugehen. Stark!
„Through The Shadows“ hauchen die beiden Gitarristinnen Anna und Simone eine unterkühlte, feine Melodik ein, die mich im Haupt-Riff an Moonspells „Alma Mater“ oder auch „Opium“ erinnert und subtile Hoffnungsschimmer im sonst überaus finsteren Sound des Songs hinterlässt.
Selbst der flirrenden Kälte von „A Haunting Cry“ setzt das Quintett einen Gegenpol entgegen und spielt dabei gekonnt mit der Dynamik.

Mit „Saevitia“ hat die Band ihrem eigenen Schaffen nicht nur (endlich!) ein würdiges Memorial geschaffen, sondern auch einen Wegweiser der eindrucksvoll zeigt: Hier geht es noch weiter!


Genre: Melodic Black Metal
Herkunft: Deutschland
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungsdatum: 01.11.2026
Homepage: https://www.instagram.com/saevitia.metal.ab

Tracklist

  1. A Haunting Cry
  2. Dance Of Death
  3. Dark Fallen Angels
  4. Eternal Damnation
  5. Infinite Obscurity
  6. Magic Of Darkness
  7. Of Mourn And Nightfall
  8. Through The Shadows


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