Danner

Verfasst am 13. Oktober 2026 von Michael Klein (Kategorie: Band Of The Month, Interviews, Regionale Bands) — 25 views

Mit „Thoughtforms In A Fractured World“ haben die Aschaffenburger Progressive-Metaler von Danner ihr gerade ihr bisher bestes Album veröffentlicht. Wir haben uns Bandkopf Chris Danner geschnappt, um über das aktuelle Werk zu plaudern.

Metal Aschaffenburg: Hallo Chris! Zuerst einmal: Die Besetzung von Danner hat sich wieder einmal verändert. Wie kam es zu den erneuten Umbesetzungen?

Chris: Ina und wir haben uns schon kurz nach nach der der Veröffentlichung vom zweiten Album getrennt. Die Trennung von Gabriel ist noch ziemlich frisch. Das hat einfach mit unterschiedlichen Zielen die Musikkarriere betreffend zu tun. Wir sind aber nach wie vor Freunde.

Peter passt als Sänger hervorragend zum Sound von Danner – wie bist du auf Peter gestoßen?

Peter, Didi und ich kennen uns schon ewig. Wir hatten mal eine Band Namens „Kashmir“, da hat Peter damals noch Gitarre gespielt. Wir haben uns dann etwas aus den Augen verloren aber zum Glück jetzt wieder gefunden. Ich bin total happy, dass Peter dabei ist. Wir ergänzen uns super beim Komponieren und sind dabei immer auf einer Wellenlänge was Stil, Chöre usw. angeht.

Ich höre in „Thoughtforms In A Fractured World“ eine kritische Auseinandersetzung mit dem immer größer werdenden Einfluss von Technologien auf das soziale Verhalten der Menschheit. Liege ich damit richtig?

Sehr gut erkannt. Da hat jemand zugehört. Ja, wir haben uns mit aktuellen Themen auseinandergesetzt. Ein gutes Beispiel hierfür wäre „Spread Your Wings“. Es geht hier um jemanden, der völlig in der Welt der sozialen Medien gefangen ist – um die Suche nach Bestätigung durch Likes, den Wunsch, gesehen zu werden, und darum, was wir bereit sind zu tun, um anderen zu gefallen. Nicht wenige dürften sich darin wiedererkennen, und auch wir sind nicht zufällig auf dieses Thema gestoßen. Man könnte sagen, dass einige der Songs aus einer Form der Selbstreflexion heraus entstanden sind. Ein anderes Thema ist ebenfalls top aktuell. Als wir uns mit „Now We Burn“ mit dem Thema der künstlichen Intelligenz auseinandergesetzt haben, war das noch kein wirkliches Thema in den Medien hinsichtlich der möglich Bedrohungen.

Ein gutes Stichwort: Gerade Kunstschaffende sehen sich aktuell davon bedroht, dass ihre Kunst von KIs als Referenz „gestohlen“ und kopiert wird. Selbst Musik lässt sich inzwischen billig durch KI herstellen. Welchen Wert hat denn handgemachte Musik für euch und wo zieht ihr die Grenze bei Hilfsmitteln wie KIs?

Wir halten uns auf der einen Seite wirklich offen für neue technischen Entwicklungen und haben uns auch damit auseinandergesetzt, sind aber zu der Überzeugung gelangt, dass wir Hilfsmittel digitaler Natur lediglich in klassischer Form nutzen, die bereits seit langem zur Verfügung stehen. Unsere Musik ist auf jeden Fall handgemacht.

Dann frage ich mal ganz provokativ: Für die Gestaltung eurer Single- und Coverartworks habt ihr KI genutzt. Warum keinen echten Künstler, der das Artwork in Handarbeit herstellt – so wie ihr eure Musik?

Das stimmt nicht ganz. Wir verwenden teilweise KI für die Cover, die ich dann weiter bearbeite. Da ist immer noch ne Menge Grafikdesign drin. Meine Frau und ich haben eine Werbeagentur und wir haben das gelernt. Es ist nur so, dass einfach oft die Zeit fehlt alles selbst zu machen. Bei unserer Musik ist das natürlich anders. Da ist alles Handmade.

Zurück zum Album: Die Gastwahl von Anne Zeides lässt sich durch euren Ex-Schlagzeuger Gabriel herstellen, der ebenfalls bei Anga spielt. Wie bist du auf V1ncenzo gekommen?

V1incenzo ist der Sohn von unserem Videoproducer Christian. Er hatte uns mal zum Essen eingeladen (er kocht wirklich saugut) und hat uns Songs von V1incenzo vorgespielt. Ich habe spontan gesagt, dass wir das bei einem Song von uns einbauen müssen. Das ist wirklich toll geworden.

Ich habe den Eindruck, dass ihr diesmal mehr Augenmerk auf die Spannungs- und Melodiebögen der Songs gelegt habt. Zufall oder Plan?

Absolut, hier wurde nichts dem Zufall überlassen, aber das liegt aber natürlich auch an dem Besetzungwechsel in der Band. Ein neuer Sänger bringt natürlich neue Ideen, eine andere Energie und neue Ansätze. Zum anderen bedeutet es aber auch beim Songwriting den Veränderungen entsprechend Rechnung zu tragen. Geholfen hat hier aber massgeblich, dass alle Songs gemeinsam entstanden sind. Da hilft es ungemein, unmittelbares Feedback zu bekommen und durch den Input von dem jeweiligen Bandmitglieden, über den eigenen Teller Rand hinauszuschauen und bestenfalls etwas über sich selbst hinauszuwachsen.

Für eine Release-Show ist es inzwischen zu spät – aber wird man das Material von „Thoughtforms In A Fractured World“ bald live zu hören bekommen?

Das hoffen wir doch. Wir schreiben, neben dem Komponieren von neuen Songs, im Moment extrem viel Bewerbungen an Veranstalter und hoffen, dass wir 2027 doch ab und zu mal auf einigen Bühnen aufschlagen.

Das würde sicherlich nicht nur mich freuen! Vielen Dank für das Interview!

https://danner-music.com/

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