The Intersphere

Verfasst am 08. April 2014 von Manuel (Kategorie: Band Of The Month) — 1.642 views

Ein paar Wochen ist das neue The-Intersphere-Album „Relations In The Unseen“ nun schon erhältlich. So richtig viel mit Metal haben die Mannheimer zwar nicht am Hut, da Gitarrist und Sänger Christoph Hessler jedoch aus Aschaffenburg kommt, treffen sie wenigstens den zweiten Teil unseres Namens. Mit „Relations In The Unseen“ beweist die Band einmal mehr, dass sie zu den besten Rock-Formationen des Landes gehört, auch wenn sie die Progressive-Elemente mittlerweile nahezu komplett abgestreift haben.
Im Zuge des Konzerts im Colos-Saal, am Tag des Album-Release, stand uns Gitarrist Thomas Zipner zum neuen Werk der Band Rede und Antwort.

Metal-Aschaffenburg: Wie kam euer neues Album denn bei Presse und Fans an?

Thomas Zipner: Bei manchen Magazinen kam es extrem gut an, wie zum Beispiel in der Visions. Bei ein paar Leuten war es so, dass sie das letzte cooler fanden, aber allgemein kommt das neue besser an, glaube ich.

Kannst du einschätzen, warum das vielleicht so ist? Was macht das neue Album besser als das letzte?

Es ist insgesamt noch ein bisschen kompakter, nicht ganz so ausufernd. Ich finde es insgesamt eingängiger, natürlich nicht alle Songs, aber so vom Durchschnitt her. Manche Lieder sind poppiger. Wie das letzte Mal haben wir alles live eingespielt, dieses Mal haben wir jedoch noch die ganzen Synthesizer-Burg aus dem Studio benutzt und einige Sounds dazu gemacht. Dadurch klingt es allgemein größer und fetter. Es hat trotzdem diese Live-Energie, da die Basic-Tracks zusammen in einem Raum aufgenommen wurden.
Es hat noch alle Elemente, die uns als Band ausmachen und ich hab generell das Gefühl, dass unsere Vision über die Jahre hinweg von Album zu Album immer konkreter geworden ist. Es hat sich immer mehr geformt in eine bestimmte Richtung und ich glaube, das Album ist jetzt so konkret wie noch nie. Es hat das im Fokus, was die Band ausmacht.

Das sehe ich fast genauso. Es wurde über die Jahre hinweg eigenständiger, ihr habt die verschiedenen Stile immer besser zusammengeführt. Nun habt ihr den Kern freigelegt. Dennoch gefällt mir „Hold On, Liberty“ besser. Vielleicht gerade weil es ein bisschen verproggter ist.

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Das ist vor allem noch ein bisschen kantiger. Nicht, dass das neue keine Kanten hätte, aber hier gibt es eben ein paar Songs, die einfach so durchlaufen und man durch nichts rausgehauen wird. Bei den alten Sachen, selbst wenn ein Lied an sich relativ eingängig war, gab es Stellen, die einen rausbringen konnten. Die einen finden das total geil, andere stört das wiederum. Wir machen am Ende Sachen, die wir für cool halten und hoffen, dass es auch den Leuten gefällt.

Wenn wir jetzt schon beim Thema Eingängigkeit sind, habe ich mir hier insbesondere „Thanks For Nothing“ notiert. Warum wird so ein Lied nicht im Radio gespielt? Für mich wäre das ein Song, der dort ohne große Probleme gespielt werden könnte.

Das ist eine gute Frage. Wir haben da immer die Diskussion intern, oder mit der Plattenfirma, welche Lieder und Kanäle man verwendet. Wir haben „Panicwaves“ als ziemlich taugliche Single angesehen. Ich persönlich finde auch, dass „Thanks For Nothing“ ein guter Kandidat dafür wäre. Wir mussten uns aber erst einmal entscheiden, mit was wir starten und das war nun „Panicwaves“. Manchmal habe ich das nicht wie die Plattenfirma gesehen, dieses Mal finde ich die Auswahl jedoch ganz cool. Die sehen das dann teilweise aus einer anderen Sicht – da muss ein Song in bestimmte „Single-Kriterien“ reinpassen. Auch wenn ich persönlich dann eben manchmal einen anderen Song geiler finde. Aber hey, die Promo-Agenturen haben in diesem Bereich viel Erfahrung denke ich, und kennen auch die Leute beim Radio besser, welche Kriterien die dort haben und was die dort eher spielen.

Kann es denn helfen, im Visions-Magazin auf Platz 2 im Soundcheck gewesen zu sein, um mit dem nächsten Album einen großen Popularitätssprung zu machen? Kann das einen Boost geben?

Ja, das sehe ich auf jeden Fall so. Das Visions deckt unserer Meinung nach 100 %, oder fast 100 %, die Leute ab, die wir auch erreichen wollen. Man weiß im Endeffekt nie, wie es kommt, denn auch da spielen ganz viele unterschiedliche Sachen zusammen und wenn die günstig stehen, dann entsteht auf einmal ein Mords-Alarm. Ich glaube, dass eine Sache selten alles ausmachen kann, das ist dann meistens die Gesamtheit. In so einem Magazin gefeatured zu sein bietet natürlich auch die Möglichkeit, dass auch andere uns aufgreifen und auf einmal entsteht so eine Welle. Von daher sind wir momentan darüber sehr glücklich, gucken natürlich aber auch was sich daraus entwickelt. Wir sind da realistisch genug und machen alles was wir können, ob das am Ende aber alles auch so funktioniert, steht meistens auf einem anderen Blatt.

Ein Faktor ist dabei natürlich auch gute Musik. Ihr schreib diese, meiner Meinung nach, schon seit spätestens „Interspheres >< Atmosphere“. Trotzdem gab es bei euch nie so einen großen Sprung wie bei anderen Bands, die ein gutes Album schreiben und förmlich explodieren. Macht ihr euch darüber in der Band Gedanken oder könntet ihr damit leben, wenn es immer auf „Colos-Saal-Größe“ verbleibt?

Ich glaube, als Band ist es immer schwierig, das selbst zu sehen. Für uns ist wichtig, dass es voran geht. Es würde uns tatsächlich stören, wenn immer weiter spielen und viel Energie in die Sache stecken, aber feststellen, dass im schlimmsten Fall alles weniger geworden ist, dass weniger Leute auf die Konzerte kommen usw., das würde frustrieren. Über acht Jahre hinweg haben wir uns jetzt eigentlich überall Fans erspielt und haben dies Stück für Stück gemacht. Es gab nie den Punkt, an dem wir einfach einen Riesenschritt gemacht haben, das war eigentlich immer eine kontinuierliche Entwicklung. Von daher haben wir uns daran gewöhnt. Ich glaube tatsächlich auch, dass wir einfach nicht die Musik machen, bei der es auf einmal so einen richtigen Push gibt, weil plötzlich jeder das super findet. Am ehesten mit der neuen Platte, weil sie eben ein bisschen eingängiger ist, ansonsten ist das in mancherlei Hinsicht doch ein bisschen zu speziell. Es wäre natürlich super, wenn es passieren würde, dass so ein kleiner Hype entsteht, aber für uns ist es wichtig, dass es weitergeht. Dass wir coolere Touren spielen können, dass wir dort unser eigenes Licht mitnehmen können und einen coolen Festivalsommer haben.

Die Tage habe ich in einem Interview einer anderen Band das Zitat gehört „Wir klingen wie viele andere Bands, aber keine Band klingt wie wir“. Ich finde das trifft auch irgendwie bei The Intersphere zu, oder nicht? Man kann bei euch Einflüsse von Muse, Dredg, Oceansize oder Biffy Clyro heraushören, aber eine Band, die dann wiederum so klingt wie ihr, gibt es nicht.

Ja, das finde ich auch, aber ich kann das natürlich schwer einschätzen. Das entwickelt sich so. Wir hören natürlich auch gerne die Bands, die man bei uns heraushören mag, und supporten auch zwei Konzerte von Dredg dieses Jahr.

Auf den Kirchenkonzerten?

Genau, die spielen da ja wieder die guten Platten. Ist ja total witzig, die haben ein aktuelles Album, gehen aber mit den alten auf Tour, weil sie festgestellt haben, dass es echt ein Schuss in den Ofen war. Wir spielen in München und Frankfurt am Main den Support.
Das sind natürlich Einflüsse, das mischt sich irgendwie und ich denke in jeder Band stecken immer viele andere Bands mit drin. Das fließt so mit ein.

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Die Fanbox, die ihr zum Album herausbringt, hat ein anderes Cover als das reguläre Album. Warum?

Im Prinzip haben beide ja den selben Stil und wir fanden es cool, für diese Box noch einmal ein eigenes Cover zu haben. Bei diesen großen Sachen kann man das Artwork eben auch super unterbringen, weil darauf wesentlich mehr Platz ist als auf so einer kleinen CD. Der Pierre Schmidt (drømsjel) hat das wieder gemacht und uns hat das gefallen.

Wie ist das Artwork allgemein mit der Musik, mit den Texten, verbunden?

Pierre ist total der Künstlertyp. Wir versuchen tatsächlich ihm nicht so wahnsinnig viele Vorgaben zu machen, das schränkt ihn eher ein. Er bekommt von uns die Musik und wir erzählen ihm, um was es darin geht und dann kommt er mit den coolsten Sachen. Wenn man das Cover jetzt anschaut, gibt es viele kleine Details zu sehen. Das große Thema von „Relations In The Unseen“ ist ja, dass alle Dinge miteinander verbunden sind. Er hat sich unglaublich viel Mühe gegeben, wenn man das genau durchguckt, sind ganz viele lustige Sachen zu finden.

Er hat auch schon die Cover für die letzten Alben gemacht, oder? Vom Stil her sind die sehr ähnlich.

Genau. Ich würde fast sagen, er hat so den visuellen Stil von The Intersphere erfunden.
Wir fanden ihn am Anfang so cool, weil er so seinen krass eigenen Style hat. Wenn man unsere Alben nebeneinanderlegt, sieht man sofort die Verbindung. Man sieht auch immer sofort, dass es ein The-Intersphere-Album ist. Immer diese Leute mit diesen komischen Gesichtern, mit den komischen Augen (lacht). Wir haben ihn auch deshalb immer wiedergefragt, weil wir so eben auch einen durchgängigen Stil im Artwork haben, der für die ganze Band steht. Anstatt Fotos oder Kram zu nehmen, der immer unterschiedlich ist. Du guckst ins CD-Regal und siehst sofort „The Intersphere“.

Du hast vorhin schon von eurer eigenen Lichtanlage berichtet. Erzählt doch mal etwas darüber!

Zum dritten Mal haben wir jetzt Andy Hilverkus dabei, der unser Licht macht. Das ist ein Kerl, der das alles cool findet und auch gute Connections hat, wo er das alles dann mietet und so. Er programmiert da ganz cooles Zeug und von daher wächst das Licht-Konzept auf seinem Mist. Wir fanden das immer cool, deshalb nehmen wir ihn auch mit auf Tor. Für einzelne Termine oder Festivals nehmen wir das nicht immer mit, das wäre logistisch und finanziell vollkommen undenkbar, da es teuer wäre, immer alles mitzunehmen. Für unsere Release-Tour versuchen wir eigentlich schon immer die ganzen Sachen dabeizuhaben. Ein geiles Licht macht alles nochmal emotionaler. Wir arbeiten natürlich auch manchmal mit den Lichtmenschen vom jeweiligen Club, aber mit Andy ist eben alles abgestimmt, er kennt die Setlist und alles passt zusammen. Irgendwie entwickelt das meiner Meinung nach so eine Gesamtenergie, die das reine Spielen noch einmal auf ein neues Level hebt.

Danke für das Interview!

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