Hitze + Hitze

Verfasst am 29. Juni 2011 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.118 views

Skindred | Vorband: La Confianza

28.06.2011 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Es ist einer der seltenen Momente, in denen es im Colos-Saal zu Beginn kühler ist als draußen. Denn während einem draußen die Sonne mit dreißig-plus-X Grad unbarmherzig den Schweiß aus den Poren treibt, sorgt im inneren die Klimaanlage für angenehme Temperaturen. Es ist aber so ziemlich jedem im Club bewusst, das dieser Zustand nicht lange anhalten wird. Schließlich steht bald die Spaßmaschine Skindred auf der Bühne.

Zuvor sorgen noch die vier Bayern von La Confianza für die erste Aufwärmung. Der old-schoolige Crossover passt mit seinen dicken Grooves gut vor den Hauptact und motiviert auch prompt die ersten Besucher zum Mitmachen. Die Mischung lässt sich am besten als Mixtur aus Such A Surge, KoЯn, Blackeyed Blonde und Skindred beschreiben. Schön, dass dieser Stil doch nicht Ende der Neunziger gestorben ist.
Besonders lobenswert: Das durchgetretene Spaß- und Actionpedal von Sänger Manifou*, der unentwegt jeden Zentimeter Platz auf der Bühne nutzt, um wie wild herumzuspringen und zu bangen. Kollegen an Gitarre und Bass: Bitte hier ein Beispiel nehmen! Alles in Allem: Ein guter Auftakt für die Waliser.

Während der Umbaupause hat sich das Thermometer im Saal denen im Freien angeglichen – wenn nicht sogar überboten – und die etwa 150 Fans schwitzen bereits nur vom Herumstehen. Schnell noch mal die Flüssigkeitsreserven auffüllen und dann geht es auch gleich los!

Als Skindred die Bühne entern und mit „Stand For Something“ loslegen, gibt es schon mit dem ersten Ton kein Halten mehr. Die vorderen Reihen sind ein einziger sich bewegender Pulk, der ohne Pause in Bewegung ist. Der obercharismatische Sänger Benji feuert und treibt die Masse permanent an. Es folgt Hit auf Hit und spätestens nach 10 Minuten steht jedem Anwesenden das Wasser in der Kniekehle. Egal – an Stehenbleiben ist nicht zu denken – also einfach weiter mit der Party. Und was eignet sich besser zum Feiern als Stücke wie das geniale „Trouble“, das neu vorgestellte „Doom Riff“ oder der die beiden Nackenbrecher „Destroy The Dancefloor“ und „Nobody“. Benji gelingt es sogar, die Meute zu einem Robo-Dance zu motivieren. Nach etwa einer Stunde macht das Quintett mit der Zugabe „Warning“ Schluss und besiegelt eines der besten und schweißtreibendsten Konzerte im Colos-Saal seit langem. Skindred sind live eine Macht! Weltklasse! (mk)

Setlist:

  • Stand For Something
  • Rat Race
  • Trouble
  • Doom Riff
  • Selector
  • Set It Off/Rude Boy
  • Pressure
  • Cut Dem
  • Destroy The Dancefloor
  • Nobody

——————————

  • Warning

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