Auf Tuchfühlung mit dem Genie

Verfasst am 10. Februar 2009 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.139 views

PAIN | Vorband: Brother Firetribe

09.02.2009 – Nachtleben, Frankfurt am Main

…gemeint ist natürlich Peter Tägtgren, einer der genialsten Musiker im Metal. Bereits um 16:30 saßen Dennis (Gründer von Mindblind) und ich im Nachtleben, in der Hoffnung, den Mann mit den Augenringen persönlich zu treffen. Und tatsächlich, kurz nach 17:00 Uhr kam er – sofort haben wir uns ihm vor die Füße geworfen und „We are unworthy!“ gerufen, sehr zu seiner Belustigung. Danach war das Eis gebrochen, wir konnten kurz miteinander reden und durften uns sogar noch mit ihm ablichten lassen. Die restlichen drei Stunden bis zum Konzertbeginn wurden mit langweilen und Käsekuchen überbrückt.

Die erste und einzige Vorband an diesem Abend waren die Finnen von Brother Firetribe. Vielen war der Name nicht geläufig, obwohl mit Nightwish-Gitarrist Emppu Vuorinen sogar jemand relativ bekanntes auf der Bühne stand. Die Band hätte mühelos die Reinkarnation von Europe sein können, sowohl optisch als auch musikalisch. Überraschenderweise kam das beim Publikum sehr gut an, welches sehr viel Spaß hatte. Aber nicht nur das Publikum, die Band war ebenso voller Energie. Besonders Emppu tat es gut, mal etwas den Harlekin raushängen zu lassen. Er unterbrach sein Gitarrenspiel um für Fotos zu posieren, warf sich für seine Soli in Pose oder griff Sänger Pekka Ansio Heino ungeniert an den Allerwertesten.
Nachdem Brother Firetribe mit ihrem Auftritt fertig waren wurde gleich mit dem Umbau begonnen. Viel war nicht zu tun, es wurden lediglich zwei kleine Leindwände aufgehängt und das Schlagzeug von Kalle Torniainen abgebaut.

Dann ging es endlich mit PAIN los. Da es sich um die „European Cynic Campaign“-Tour handelte, ging es natürlich mit dem Eröffnungstitel des aktuellen Albums „Cynic Paradise“ los, gefolgt von „Follow Me“ – allerdings ohne Anette Olzon. Der Stimmung tat das keinen Abbruch, es wurde trotzdem lauthals mitgesungen. Dass das Nachtleben nicht allzu groß war, fiel auch dem Master Of Disaster auf: „It’s nice to see that so many people got cramped in here… It could be worse, though. You could be stacked on each other, you know?“.
Die geringe Größe des Nachtlebens sorgte auch für eine enorme Hitze. Ein total verschwitzter Herr Tägtgren kommentierte dies mit: „You don’t have to tell me it’s hot in here –  where are we, in hell?“
Das Set war recht ausgewogen, von jedem Album wurde etwas gespielt. Von „On Your Knees (Again)“ vom ersten Album, über „Suicide Machine“ von „Rebirth“ bis zu „Zombie Slam“ von der aktuellen Scheibe. Nach „On And On“ verabschiedeten sich die Schweden von der Bühne – doch natürlich kamen sie wieder und spielten eine Zugabe, bestehend aus „Same Old Song“, dem Beatles-Cover „Eleanor Rigby“ und dem obligatorischen „Shut Your Mouth. Danach wollten die ersten Gäste den Raum verlassen, als man aus dem Hinterzimmer eine Western-Slide-Gitarre hörte. Herr Tägtgren kam tatsächlich nochmal auf die Bühne und fragte das Publikum: „Do you like alcohol? So do we – a lot.“, und läutete damit „Have A Drink On Me“ ein. Doch selbst damit war noch nicht Schluss, erst nach dem folgenden „Bye/Die“ war der Abend endgültig vorbei; doch wir waren alle zutiefst befriedigt. (ma)

Setlist PAIN:
I’m Going In
Follow Me
Zombie Slam
Suicide Machine
Stay Away
Bitch
Dancing With The Dead
On Your Knees (Again)
Crashed
Walking On Glass
I Don’t Care
Just Hate Me
End Of The Line
Nailed To The Ground
It’s Only Them
On And On

Zugabe:
Same Old Song
Eleanor Rigby

Zweite Zugabe:
Have A Drink On Me
Bye/Die


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