Traumreise

Verfasst am 16. Dezember 2008 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 979 views

Riverside | Vorband: Lazuli

15.12.2008 – KUZ, Mainz

Kurz vor den Feiertagen gibt es mit der Tour von Riverside und Lazuli ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für alle Prog-Fans. Da die Tour nur durch zwei deutsche Städte führt und eines davon im Mainzer KUZ stattfindet, heißt es natürlich: Nicht entgehen lassen!

Der gut zu erreichende Club mit leichtem Industrieflair ist insgesamt etwas größer als der Colos-Saal und am heutigen Abend gut besucht. Etwa 500 Besucher zieht es zu dem grandiosen Prog-Paket, wobei die Polen von Riverside die meisten Besucher nach Mainz ziehen. Von Lazuli werden die wenigsten schon einmal vorher etwas gehört haben. Uns Aschaffenburgern sind die Südfranzosen (dank Colos-Saal) natürlich ganz und gar keine Unbekannten mehr.

Pünktlich um 20 Uhr legen Lazuli mit einem um einige neue Stücke versetztem Best-Of-Set los und hinterlassen schon nach kurzer Zeit heruntergeklappte Kiefer. Die grandiosen Klancollagen, die das Sextett auf die Bühne zaubert, werden von den Anwesenden mit offenen Mündern aufgenommen und mit viel Applaus bedacht. Selbst die beiwohnenden Prog-Cracks sind ob der einzigartigen Musik von Lazuli perplex – so wie jeder andere auch, der noch nie etwas von den wirklich innovativen Franzosen gehört hat. Die Ankündigung des letzten Songs erntet ein von vielen Kehlen intoniertes „Oooh“. Denn Jeder Einzelne war nach einer Stunde Spielzeit dem unwiderstehlichen Charme der Sechs Jungs um Frontmann Domi Leonetti erlegen. Bessere Werbung hätten sie an diesem Abend nicht machen können (die CD-Verkäufe an diesem Abend sprechen Bände). Ein Perfekter Opener!

Nach kurzer Umbaupause betraten dann Riverside das Parkett und nahmen das Publikum auf ihre über 100 Minuten lange Reise durch deren sphärischen Klangwelten mit. Man nahm Platz auf Michał Łapajs magischen Keyboardteppich und ließ sich durch melodische Wolken tragen. Ganz „Out Of Myself“ schwebte man an den pulsierenden Basslinien von Sänger Mariusz Duda vorbei, dessen samtige Stimme immer wieder in die richtige Richtung wies. Die gefühlvollen Kompositionen der vier Polen luden zum Träumen und darin versinken ein. Dezente Videoeinspielungen und vier stoffbeschlagene Lichtsäulen unterstützten dies auf optische Weise. Traumhaft sicher und mit viel Feingespür intonierten die vier Polen so grandiose Stücke wie „Rainbow Box“ oder „Concieving You“, ehe die Traumreise mit der Zugabe „02 Panic Room“ langsam dem Ende entgegen ging.

Zufriedene Gesichter bewiesen: Das vorweihnachtliche Geschenk hat gefallen. Allen! (mk)

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