Symphony X | Vorband: Savage Messiah

Verfasst am 02. Juni 2019 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 476 views

31.05.2019 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Nachdem Savage-Messiah-Bandkopf, Gitarrist und Sänger David Silver am frühen morgen aufgewacht ist und seine Stimme verloren hatte, wurde (statt den Gig abzusagen) kurzfristig David Hruska (sonst an der Lead-Gitarre) zum neuen Frontman erkoren. Und wüsste man es nicht besser, hätte man denken können, der Typ hätte nie etwas anderes gemacht. souverän und wie selbstverständlich hat er die englische Truppe durch das gut halbstündige Set geführt. Spielfreudig und von den positiven Reaktionen sichtlich überrascht, hat die Band einen rundum starken Eindruck hinterlassen und mit Garantie gleich etliche neue Fans gewinnen können. Und das muss man mit einer so kurzfristigen Umbesetzung erstmal hinbekommen!

Mit Um- und Neubesetzungen haben Symphony X schon lange nicht mehr zu kämpfen. Die Amis existieren heuer seit bereits 25 Jahren und spielen die letzten 20 Jahre davon im gleichen Line-Up und sind spürbar glücklich darüber, nach längerer Abstinenz endlich wieder auf der Bühne zu stehen. Da nicht wirklich neues Material vorhanden ist („Underworld“ ist inzwischen auch schon wieder vier Jahre alt!) machen die Jungs um Michael Romeo alles richtig und spielen ein kleines Best-Of-Set der jüngeren Bandgeschichte. Mit u.A. „Serpent’s Kiss“, „Iconoclast“ oder „Sea Of Lies“ kann man wenig falsch machen, mit dem Kracher „Set the World on Fire (The Lie of Lies)“ ohnehin nicht. Auch das Spielniveau degradiert andere Bands zu Statisten. Das einzige Manko ist der erneut etwas undifferenzierte Sound. War beim letzten Gastspiel noch alles viel (viel viel!) zu laut, ist es heute streckenweise zu matschig. So geht Russels Stimme mehrfach völlig unter. Erst gegen Ende bessert sich der Hörgenuss merklich. Trotzdem macht es Spaß, diese coole Truppe endlich mal wieder live zu hören.
Als die Band nach ca. 70 Minuten von der Bühne geht, ertönen die obligatorischen und in der Vergangenheit prinzipiell unerhörten „Odyssey, Odyssey“-Schlachtrufe – die sich ja beinahe als Running-Gag etabliert haben.
Bis heute.
Als Russel Allen dann tatsächlich „The Odyssey“ ankündigt, ist die Verblüffung im Publikum beinahe größer als Freude. Schließlich hat die Band dieses 24-Minuten-Monster seit fast 10 Jahren so gut wie niemals live gespielt. Das nennt man dann wohl Fan-Service, denn unglücklich geht danach niemand nach Hause…

(mk)

Setlist Symphony X

Iconoclast
Evolution (The Grand Design)
Serpent’s Kiss
Nevermore
Without You
Domination
Run With the Devil
Sea of Lies
Set the World on Fire (The Lie of Lies)
The Odyssey

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