Wenn einem Bestes widerfährt…

Verfasst am 30. Mai 2009 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 770 views

100_9266Pothead:

23.05.2009 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Es gibt Bands, deren Konzerte immer nach gleichem Schema ablaufen. Man weiß vor Beginn schon haargenau was einen erwartet: Immer die gleiche Show mit immer den gleichen Ansagen und immer den gleiche Songs in der gleichen Reihenfolge. Um so wundervoller ist es, dass es neben diesen Einheitsbreiverursachern noch Bands wie Pothead gibt!

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Bei den Berlinern ist jedes Konzert ein Ereignis für sich, das sich so ziemlich in jedem Punkt von den vorausgegangenen Auftritten unterscheidet. Hierbei variiert nicht nur die Setlist, sondern auch die gesamte Stimmung, was (auswirkend auf die Songs) jeden Abend zu einem Unikat heranwachsen lässt. Am heutigen Samstag kommen die ca. 250 Anwesenden in den Genuss eines sich stetig steigernden, aufschaukelnden Gigs. Nach dem routiniertem Beginn mit „Rock Child“ wird die Atmosphäre mit jedem Stück dichter und greifbarer und wird zum Ende hin immer emotionsgeladener, bis sie in den Zugabeblöcken (bei „Satisfied“ und „Constantinople“) förmlich explodiert. Auf dem Weg dorthin werden die Fans mit Perlen wie „Funkenbus“, „Appreciate“, Klassikern wie dem „Indian Song“ oder Überraschungen wie etwa dem brettharten „Black War“ verwöhnt. Außerdem gab es ein paar feine, vorfreudeerregende Ausblicke auf das (hoffentlich!) bald erscheinende, neue Album „Pottersville“ zu hören. Alles selbstverständlich wie immer mit viel Charme (und heute oft witzigen) Improvisationen vorgetragen. So kann sich erst gar keine Routine einschleichen.
In dieser Form untermauern Pothead erneut ihren Status als hervorragende und spannende Liveband, die sich in vielerlei Hinsicht von immer häufiger zu beobachtenden musikalischen Standartdarbietungen abhebt. Klasse! (mk)

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