Wer braucht schon Headliner?

Verfasst am 26. Oktober 2007 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.748 views

Caliban | Vorbands: Sonic Syndicate, Dark Tranquillity, Soilwork

25.10.2007 – Live Music Hall, Köln

Heute stürmen die Hessen das Land Nordrhein-Westfalen, denn ein Konzert der Superlative steht an!
Nach relativ kurzer Anfahrt von etwas weniger als zwei Stunden (und einem kurzen Abstecher über die falsche Autobahn) erschien auch schon der Kölner Dom am Horizont.
Die Live Music Hall war dann nur noch einen Katzensprung entfernt, nur ein Parkplatz musste gefunden werden.

Um 19:30 Uhr fing die erste Band an zu spielen: Sonic Syndicate. Obwohl von der Presse hochgelobt, konnte diese Band einfach nicht überzeugen. Die Songs waren allesamt sehr simpel und hatten keine eigene Dynamik. Die ersten drei Lieder klangen wie ein einziger langer Song, da ist selbst ein EKG abwechslungsreicher. Auch das Geschrubbe auf den Gitarren wirkte weder cool noch lässig, sondern einfach nur peinlich. Einziger Lichtblick war die Bassistin Karin Axelsson, aber nicht aufgrund ihrer musikalischen Fähigkeiten, sondern einfach nur weil sie eine Augenweide ist.

Nachdem die Schweden fertig waren betraten ihre Landsmänner, und meine persönlichen Helden des Abends, die Bühne: Dark Tranquillity.
Endlich vernünftiger Death Metal aus Göteborg, denn aufgrund ihrer 19-jährigen Erfahrung wissen die Jungs, was sie tun. Die war vorallem an der erstklassigen musikalischen Leistung zu merken, sebst die kompliziertesten Solos waren sauber gespielt und klangen phantastisch. Neben einer ausgeglichenen Setlist aus alten und neuen Stücken boten sie auch eine gute Show, denn Sänger Mikael Stanne ist eine wahre Rampensau. Mit viel Interaktion mit dem Publikum und seiner lebendigen Art hatte er die Zuschauer schnell auf seiner Seite. Aber auch Gitarrist Martin Henricksson war mit seinen langen Dreadlocks eine Präsenz auf der Bühne. Da sie nur Vorband waren, hatten sie nur eine sehr beschränkte Spielzeit, die leider viel zu schnell vorbei war.

Danach traten Soilwork auf, die jüngeren Kollegen von Dark Tranquillity. Auch sie konnten definitiv überzeugen, die Stimmung der Metaller war erstklassig, genau wie bei DT.
Die Songauswahl bot einen guten Mix aus den bisher veröffentlichen Platten, nur das neue Album „Sworn To A Great Divide“ kam mit nur zwei Songs relativ kurz. Doch die gute Leistung machte dies mehr als wett. Nachdem Peter Wichers die Band 2005 verlassen hatte, befürchteten viele, dass die Band nicht mehr die selbe sein würde, doch sie belehrten uns eines besseren. Wichers‘ Nachfolger Daniel Antonsson zeigte sich mehr als würdig, und konnte die großen Fußstapfen sehr wohl ausfüllen, die sein Vorgänger hinterlassen hatte.

Nachdem alle Schweden ihre Auftritte absolviert hatten, sollte nun der Headliner auftreten, nämlich die Deutschen von Caliban. Doch noch bevor die Umbaupause vorbei war hatten wir bereits die Halle verlassen und uns auf den Heimweg gemacht, da keiner Lust auf den ewig gleichen Metalcore-Einheitsbrei hatte. Doch alleine Dark Tranquillity und Soilwork waren die 20€ Eintritt mehr als wert. (ma)

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