Nanowar Of Steel | Vorbands: Uuhai, Cold Snap, My Own Ghost, Lady Ahnabel
Verfasst am 05. Februar 2026 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 8 views04.02.2026 – Colos-Saal, Aschaffenburg
Das seit 2007 stattfindende französische Motocultor Festival gilt als „kleiner Hellfest-Bruder“ und ist schon lange kein Geheimtipp mehr.
Bevor die 2026er-Ausgabe im August mit Judas Priest, Emperor und anderen Größen über die Bühne geht, begibt sich eine Delegation vielseitiger Rock- und Metal-Bands auf die Motocultor Festival Across Europe Tour.
Die seit 2018 aktiven Lady Ahnabel machen zur frühen Stunde um 18:15 den Auftakt. Der alternative Metal der französischen Band wird für die etwa 150 bereits Anwesenden aber zum Stresstest. Frontfrau Cweety Trash mimt auf Psycho-Catwoman und miaut sich mühevoll durch das statische Set, in dem zu keinem Zeitpunkt Stimmung aufkommt. Der Applaus am Ende ist höflich – Als namensgebedes Festival würde ich mir dennoch genau überlegen, ob ich meine Visitenkarte von solchen Bands verteilen lassen möchte…
My Own Ghost bekommen das schon etwas besser hin. Der melodische Hardrock der Luxemburger/innen kommt sympathischer, lockerer und authentischer rüber – auch wenn der Band live ganz klar eine zweite Gitarre fehlt, die die ein oder andere Soundlücke stopft.
Erst mit Cold Snap erreicht das Qualitätslevel ein annehmbares Maß. Die Kroaten beweisen, dass man trotz der knappen Platzverhältnissen auf der Bühne durchaus eine energische Show abliefern kann.
Der Nu-Metal erinnert an Disturbed, Korn, Limp Bizkid & Co. und kann den inzwischen gut gefüllten Saal mit Retro-Vibes und Enthusiasmus durchaus mitreißen – sogar für einen kleinen Circle-Pit mit Sänger Jan im Auge des Sturms.
Es folgen Uuhai, denen böse Zungen nachsagen, die von The Hu losgetretene, mongolische Rock-/Metal-Welle einfach nur mitzureiten.
Doch der von Kehlkopfgesang und Pferdekopfgeige traditionell beeinflusste Sound des Septetts wirkt keineswegs aufgesetzt und entfaltet live einen exotischen Reiz und kommt beim Publikum des mittlerweile gut gefüllten Colos-Saals extrem gut an.
Der Kontrast zwischen Uuhais kulturell geprägtem World-Metal und Nanowar Of Steels Comedy-Klamauk könnte größer nicht sein. Doch schnell wird klar, dass die meisten Anwesenden heute wegen den Italienern da sind. Das Stimmungsbarometer steigt augenblicklich, als die Band mit „Sober“ ins Set einsteigt.
Klassiker wie „Norwegian Reggaeton“ dürfen neben neuen wie „Disco Metal“ oder „Pasadena 1994“ nicht fehlen.
Die Mixtur aus (ernsthaftem) Power Metal, Kindergeburtstag und vorgezogenem Fasching polarisiert. Und das zu Recht. Das Quintett verschiebt permanent die Grenze zwischen Klamauk, Quatsch, Albernheit und einer Spur Anspruch, bei dem man sich permanent fragt: Ist das ein Konzert oder reines Entertainment? Oder beides. Vermutlich gibt es keine eindeutige Antwort. Doch egal wie man die Chose sieht:
Unterhaltungswert und musikalisches Können kann man der Band nicht absprechen. Selbst wenn sie einen Ausflug in den „Schwanzwald“ macht…
Tags: Cold Snap, Lady Ahnabel, My Own Ghost, Nanowar Of Steel, Uuhai