Meshuggah | Vorbands: CB Murdoc, Decapitated

Verfasst am 12. Dezember 2012 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.590 views

11.12.2012 – Batschkapp, Frankfurt am Main

Per Zufall sah ich auf Facebook, dass heute SOiL im Frankfurter Nachtleben auftreten sollen. Da ich Urlaub hatte, wieso die Gelegenheit nicht nutzen? Doch auf der Homepage der Batschkapp/des Nachtlebens sah ich direkt daneben, dass Meshuggah und Decapitated am selben Abend ebenfalls in Frankfurt spielen – was zur Hölle will ich da noch mit SOiL? Also, Kurs geändert und ab zur Batsche!

Eröffnen durften CB Murdoc aus Stockholm, die gleich mit technischen Ärgernissen hadern mussten, denn anfangs blieb das Mikro von Johan Ljung stumm. Zwar war das Problem relativ schnell gelöst, doch irgendwie wollte die Zuschauerschaft nicht recht warm werden. Getreu der Devise „Wenn man will, dass etwas getan wird, muss man es selbst tun“ sprang der Hüne ins Publikum und fing an, Leute anzurempeln – und brachte so tatsächlich den ersten Mosh Pit in Gang. Der Körpereinsatz lohnte sich, denn immer mehr tauten die Zuschauer auf und spendeten entsprechend mehr Applaus, was sich mit jedem weiteren Song noch weiter steigerte. Die angesetzt halbe Stunde verstrich ziemlich schnell, was für die Kurzweiligkeit des gebotenen Materials spricht. Ich hatte nichts von dieser Band erwartet, wurde jedoch positiv überrascht.

Lange hatte ich darauf gewartet, meine Lieblingspolen live zu sehen und wurde kaum enttäuscht: Mit der brachialen Gewalt von „The Knife“ eröffneten Decapitated ihr Set und brachten die nun so ziemlich ausverkaufte Batschkapp zum Kochen. „Homo Sum“, „Post Organic“, „Day 69“, „Pest“, alle meine Favoriten spielten sie und ließen so nur einen Wunsch offen: den Wunsch nach mehr, denn die gespielten 45 Minuten fühlten sich nach nicht mal der Hälfte an. Doch Qualität ist stets besser als Quantität, also gaben wir uns mit dem zufrieden, was uns geboten wurde.  Der Abend sollte nämlich noch lang werden…

Die zweite Umbaupause war, wie bereits die erste, in Windeseile abgehakt, so dass Meshuggah schnell loslegen konnten. Auf eine Vorstellung oder sonstige Ansagen wurde verzichtet, einzig die Musik stand im Vordergrund. Von 21:55 Uhr bis 23:21 Uhr spielten sie ihre hypnotischen Klänge, durch die das gesamte Publikum wie in Trance wirkte. Ich rechnete mit einem Song als Zugabe, damit sie pünktlich um halb 12 Feierabend machen können, doch stattdessen spielten sie noch fast eine weitere halbe Stunde und erhöhten so ihre Gesamtspielzeit auf rund 100 Minuten. Sänger Jens Kidman gab sich zwischen den Stücken gewohnt wortlos, nur kurz gegen Ende bedankte er sich bei den Fans. Dass die qualitative Darbietung der Stücke superb sein würde, stand nie in Frage, weshalb ich mir hier Lobeshymnen spare. Stattdessen möchte ich die Beleuchtung hervorheben. Noch nie habe ich diese wirklich beachtet, doch in diesem Fall war es unmöglich, sie zu ignorieren; zu perfekt hat sie das geordnete Chaos der Stücke widergespiegelt, zu exakt passten die Bewegungen und Lichtblitze der Scheinwerfer zu den Riffs – phantastische Arbeit seitens der Lichttechniker!

Fazit: So phantastisch Meshuggah auch waren, meine Helden des Abends waren Decapitated, für die alleine sich die Eintrittskosten von 26 Euro gelohnt hatten. (ma)

 

Tags: , ,

Hinterlasse eine Antwort

*