A Night Of Thrash, Death & Black Metal | Mit: Perzonal War, Legal Hate, Netherbird, Day Of Decay

Verfasst am 05. November 2012 von Michael Klein (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 4.888 views

03.11.2012 – JuKuZ, Aschaffenburg

Nanu? Da spielen gleich vier Metal-Bands im Aschaffenburger JuKuZ und ein Blick in die (übersichtliche) Menge zeigt kaum ein bekanntes Gesicht. Wo sind denn all die Aschaffenburger Metalheads? Ein Teil besucht sicherlich Kreator auf ihrem Gastspiel in Geiselwind – aber viele andere wussten gar nichts von dieser Veranstaltung. Auch wir haben erst einen Tag vor Beginn des Konzerts von dessen Existenz erfahren. Schade eigentlich, denn mit etwas mehr Werbung in der Region (Dead End, Sams & Co.) wäre da noch viel mehr drin gewesen.
Trotzdem haben sich ca. 70 Freunde der härteren Kunst eingefunden – was auf eine Wiederholung hoffen lässt. Schmale 7,- Euro Eintritt und Bierpreise von 1,50 Euro sollten beim nächsten Mal doch sicher noch mehr Publikum anziehen!

Nach längerer Wartezeit (eine Stunde nach offiziellem Beginn) betrat schließlich das Gießener Gespann Day Of Decay die Bühne, um der Meute mit ihrem melodischen Thrash Metal aufzuwärmen – was auch gut funktionierte. Sänger Kai überzeugte mit beeindruckendem Organ, die Band mit eingängigen, aber trotzdem anspruchsvollen Songs. Toll anzuhören!
Nur optisch könnten die vier Jungs plus Dame noch etwas nachlegen. Bis auf Aktivposten Kai herrschte nämlich so gut wie gar keine Bewegung auf der Bühne. Trotzdem haben sich Day Of Decay an diesem Abend ganz sicher einige neue Fans erspielt.

Danach werden die Anwesenden Zeugen einer Deutschlandpremiere: Die Stockholmer Formation Netherbird bestreitet ihr erstes Deutschlandkonzert. Vor der Bühne versammelt sich eine stattliche Anzahl Neugieriger und die will sich diesen Auftritt nicht entgehen lassen.
Die Schweden (die übrigens extra für diesen Gig aus Stockholm angefahren sind!) geben von Anfang an Vollgas und liefern einen mehr als soliden Auftritt. Was auf Platte symphonisch und ausladend daherkommt, ist live auf den schwarzen Kern reduziert und klingt um ein vielfaches roher und böser. Die im Vorfeld häufig gezogenen Vergleiche mit Cradle Of Filth und Dimmu Borgir ziehen dementsprechend gar nicht. Dark Fortress oder Lyfthrasyr taugen da schon eher als Gegenüber. Blickfang während des Auftritts ist Dark-Funeral-/In-Battle-Drummer Nils Fjellström, der mit unmenschlicher Präzision und Geschwindigkeit auf sein Kit einhämmert und dabei noch ganz nebenbei diverse technische Finessen in seinem Spiel unterbringt. Wow!
Leider ist trotz vieler Zugabe-Rufe nach einer guten halben Stunde schon wieder Schluss – was bei einigen Anwesenden für Fragezeichen sorgt, denn Day Of Decay spielten als Opener ja knapp 50 Minuten. Aber wie auch immer: Netherbird dürfen gerne wieder kommen!

Dass es Legal Hate danach schwer haben würden, war abzusehen. Dass sie es aber derart schwer haben würden, war dann doch überraschend.
Viele Anwesenden haben zu diesem Zeitpunkt bereits den Heimweg angetreten (es ist schon halb 12, inklusive einer vollen Stunde Zeitverzug) weshalb es bei den Darmstädtern vor der Bühne recht spärlich aussieht. Zudem tun sich die Anwesenden mit dem punkigen Death/Thrash des Trios sichtlich schwer. Da helfen auch die gut (und witzig) gemeinten Ansagen von Fronter Michael Hamela kaum noch etwas: Schwung kam hier keiner mehr rein. So leert sich der Saal immer weiter und Legal Hate machen zur Geisterstunde Platz für den Headliner…

…bei denen sich nun rächt, dass es schon so spät ist. Um 0:20 Uhr auf die Bühne zu müssen ist für Fans und Bands eine undankbare Aufgabe. So stehen auch nur noch etwa 20 Nasen im Saal, als Perzonal War loslegen.
Die Spielfreude, die die Musiker aber zu solch später Stunde noch an den Tag (besser: an die Nacht) legen nötigt aber Respekt ab! Die Troisdorfer sind der lebende Beweis, dass man auch zu viert auf der Bühne mächtig Alarm machen kann. Die groovigen, melodischen Thrash-Songs mit latenter Metallica-Schlagseite werden nur durch den (heute erstmals) verwaschenen Sound etwas getrübt. Aber eine Nummer wie „5 More Days“ macht auch im Halbmatsch noch genügend Spaß, um den Nacken etwas in Schwung zu versetzen. Feine Sache!

Wir hoffen auf eine Fortsetzung!

(mk)

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