Der Beweis ist erbracht…

Verfasst am 21. November 2005 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.360 views

Maroon | Vorbands: Two Day Romance, Burst Of Fire, By The End Of Grace und Fear My Thoughts

20.11.2005 – Sinkkasten, Frankfurt am Main

…aus Deutschland kommt doch noch gute Musik! Gleich fünf deutsche Bands spielen heute in Frankfurts Sinkkasten.

Die erste Band war Two Day Romance. Gleich nach dem sehr kurzen Soundcheck gings richtig los, ohne jede Warnung. So kam es, dass nur vier Leute vor der Bühen standen, der Rest blieb gelassen auf den Stühlen. Obwohl es erst ihr vierter Auftritt war, hatten sie musikalisch einiges drauf. Doch man merkte, dass ihnen die Kommunikation mit dem Publikum schwer fiel; die Ansagen waren kurz und Sänger Flop hatte Mühe, dem Publikum ins Gesicht zu sehen. Doch sie zogen ihre Sache konsequent durch und haben sich somit etwas Respekt verdient. Der Einzige der nicht richtig mitspielen wollte war das Drumset, bei dem nacheinander erst die Bassdrum und dann die Hi-Hat kurzzeitig den Geist aufgaben, doch alles lies sich wieder richten.

Nach kurzer Umbauzeit kamen Burst Of Fire auf die Bühne. Auch sie spielten NWOAHM-ähnlichen Sound, wovon man sich zwar mittlerweile satt gehört hat, doch im Endeffekt waren sie technisch absolut in Ordnung. Mittlerweile waren auch ein paar Menschen mehr von ihren Sitzplätzen vor die Bühne gekommen; bereits erste Headbanger wurden gesichtet. Nachdem sie mit ihrem Set fertig waren kam die dritte lokale Band zum Zuge: By The End Of Grace.

Ihr Metalcore war zwar ganz solide, jedoch mit zu viel klarem Gesang, der zudem sehr weinerlich emotional rüber kam, was ziemlich nervte. Auch die Ungeduld des Sängers, der dem Publikum unter anderem ein „Fuck You!“ an den Kopf warf, nur weil es nicht zum Mosh Pit kam, störte und wirkte sehr überheblich. Mit circa 30 Minuten dauerte ihr Set in etwa so lange wie das der ersten beiden.

Nun war es Zeit für eine der „großen“ Bands, Zeit für Fear My Thoughts aus Freiburg. Die selbsternannten Kinderfresser spielten agressiven, modernen Death Metal, und waren damit eine willkommene Abwechslung. Mittlerweile war auch die Fläche vor der Bühne gut besucht, es wurde mittlerweile auch ordentlich geheadbangt, zudem gabs die ersten richtigen Mosh Pits.
Da sie bereits über 150 Auftritte in ganz Europa spielten, gehören sie schon fast zu den alten Hasen, und hatten somit keinerlei Probleme das Publikum anzuheizen. So schafften sie es, dass die gesamte Sippschaft vor der Bühne den Chorus zur Hymne des Abends, „Sweetest Hell“, mitgrowlte. Nach den ursprünglichen 9 Songs sollte eigentlich Schluss sein, doch die Menge war so begeistert, dass sie nicht um eine ungeplante Zugabe herum kamen. Im Grunde kein Problem, doch die Zeit war knapp, schließlich sollten noch die Headliner Maroon spielen. Im Anschluss an diesen letzten Song schenkte mir einer der Gitarristen noch sein Plektrum – die erste Trophäe des Abends.

Gegen 23:00 Uhr ertönte der Fliegeralarm aus dem Zweiten Weltkrieg: Das Intro für Maroon. Im Gepäck: Einige Songs des neuen Albums, das im April 2006 erscheint, darunter der Song „24h Hate“. Aber auch jede Menge Material des letzten Albums „Endorsed By Hate“ wurden in bester Death-Metal-Manier zum besten gegeben.
Trotz des bösen Auftretens solcher Bands wie Fear My Thoughts oder Maroon überzeugen sie alle mit einem ausgeprägten Sinn für Humor; Zitat Sänger Andre Moraweck: „Mir geht’s nicht so gut, ich bin etwas krank… Doch das ist keine Entschuldigung für die schlechte Leistung meiner Bandkollegen“.
Auch eine äußerst sympathische Austrahlung ist bei allen vorhanden, Andre überzeugte eine Gruppe von 3 Leuten, die vorzeitig los wollten um noch ihre Bahn zu bekommen, sich noch die letzten drei Songs des Sets anzuhören – Mit Erfolg.
Der ungeplanten Zugabe ihrer Kollegen von Fear My Thoughts zum Trotze schafften sie es, ihrerseits zwei Zusatzstücke zu spielen, und dennoch pünktlich um Punkt 00:00 Uhr mit ihrer Show fertig zu sein. Zum Schluss bekam ich noch von Gitarrist Sebastian „Riechtor“ Rieche sein Plektrum geschenkt – Trophäe Nummer 2.
Besser kann ein Konzert nicht enden. (ma)

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Eine Antwort zu “Der Beweis ist erbracht…”

  1. Metal-Aschaffenburg» Blogarchiv » DevilDriver | Vorband: MagnaCult sagt:

    […] in die Vergangenheit: Das letzte Mal, dass ich in der Brönnerstraße auf einem Konzert war, war 2005, als Maroon und Fear My Thoughts gespielt hatten. Weder den damaligen Klub noch die Bands gibt es heute mehr. Seit 2012 läuft der Laden unter dem […]

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