Heute, Kinder, wird’s was geben

Verfasst am 07. Dezember 2006 von Mathias Anthes (Kategorie: Konzert-Rezensionen) — 1.514 views

Arch Enemy | Vorbands: Textures, Maroon

06.12.2006 – Colos-Saal, Aschaffenburg

Heute gab es für alle Metaller ein ganz besonderes Nikolausgeschenk: Arch Enemy aus Schweden spielen im Colos-Saal in Aschaffenburg.

Den Beginn des Abends machten Textures aus den Niederlanden. Musikalisch lassen sie sich am besten vergleichen mit Soilwork zu ihren „Steelbath Suicide“-Zeiten. Hochkarätiger Melodic Death Metal also, manchmal ließen sich auch Einflüsse von Meshuggah heraushören. Die ziemlich abwechslunsgreiche Mischung kam sehr gut an, die ersten Reihen waren schon munter am Headbangen und auch der erste Moshpit war geschaffen. Ihre Spielzeit betrug leider nur 20 Minuten, die in meinen Augen viel zu kurz waren.

Danach kamen die Deutschen von Maroon. Erfreulich ist, dass Sänger Andre Moraweck sich die Haare immer länger wachsen lässt, umso unerfreulicher sein Bühnen-Outfit: Hotpants. Diese waren so knapp, dass sein Gemächt herausrutschte, wenn er auf den Monitor stieg. Auch sonst schien er an dem Abend leicht verwirrt, mindestens einmal hat er „Frankfurt!“ statt „Aschaffenburg!“ gerufen.
In ihren 35 Minuten Spielzeit spielten sie nur Lieder von ihrem aktuellen Langspieler „When Worlds Collide“ und dem Vorgänger „Endorsed By Hate“. Einziger Kritikpunkt (neben den unerwünschten Einblicken in des Sängers Schritt) waren wieder einmal die Hardcore-Kids, die ihre Violent-Dancing-Nummern abziehen mussten, und sich damit den Groll der Metalheads zuzogen.

Das änderte sich, als Arch Enemy den Raum erzittern ließen. Gleich nach dem neuen Intro ging es los mit „Nemesis“. Plötzlich wurde nur noch geheadbangt, der Moshpit kochte und es wurde gegrölt bis die Stimme versagte. Circa die Hälfte von „Doomsday Machine“ gaben sie zum Besten, der Rest des Abends bestand aus alten Songs wie „Ravenous“, „Silent Wars“ oder „End Of The Line“. Auch den Instrumental-Song „Hybrids Of Steel“ haben sie gespielt, bei dem eine unbeschreibliche Atmosphäre herrschte.
Tolle Einlage war, dass sowohl Drummer Daniel Erlandson, als auch die Gitarristen Michael Amott und Fredrik Akesson jeweils mehrere Minuten für ein ausgiebiges Solo hatten, und so eindrucksvoll beweisen konnten, dass sie im Death-Metal-Bereich zu recht eine der besten Bands sind.
Nach ihrer eigentlichen Spielzeit ließen sie sich natürlich nicht lumpen, noch eine Zugabe zu spielen: „We Will Rise“. Der perfekte Song um diesen Abend zu beenden, die gesamte Meute hat mitgesungen, aus einer Stimme wurde ein ganzer Sturm, der bis zum Schluss andauern sollte. (ma)

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