Ulver – „Wars Of The Roses“

Verfasst am 02. Mai 2011 von A. Wissel (Kategorie: CD-Rezensionen) — 1.520 views

Ulver

Als folkige Black-Metal-Formation in den Neunzigern gestartet, hat die Band inzwischen einen langen, vielseitigen Weg hinter sich.
Die stilistische Bandbreite der vielen Alben variiert zwischen rohem Black Metal, Akustik, Soundtracks bis hin zu Trip-Hop und minimalistischen Ambient-Klängen.
Mit dem letzten Album „Shadows Of The Sun“ wurde gerade diese Minimalistik in absoluter Perfektion auf Band gebracht.
Die Gruppe besinnt sich nun auf „Wars Of The Roses“ ihrer alten Tage, natürlich ab dem elektronischen Zeitalter, und geht gleichzeitig den nächsten Schritt. Die Band hatte wohl mit ihren ersten Auftritten seit 15 Jahren etwas Blut geleckt, denn im Ganzen betrachtet, ist die Scheibe wohl, wie bereits angekündigt, wirklich etwas live-tauglicher geworden.

Bereits beim Opener „February MMX“ kann man die neue Ausrichtung  hören, eine melancholische Keyboard-Melodie trifft auf Garms wunderschönen Gesang und wird untermalt von einem vorantreibenden Schlagzeug.
Auch der darauffolgende Track „November Goth“ ist für Ulver schon fast Up-Tempo.
Der Klangteppich, wieder bestehend aus Klavier, Schlagzeug und diversen Synthesizern, erreicht seinen Höhepunkt beim markanten Refrain.
Garm liefert gesanglich auf diesem Album seine bisherige Höchstleistung ab.
Deutlich entspannter plätschert es nun mit „Providence“ , dessen erzeugte sphärischen Klänge sich doch manchmal stark nach Improvisation anhören. Das ist bei vielen Gastmusikern aus der Improvisations- und Avantgarde-Ecke auf dem Album nun wirklich kein Wunder. Die wahre Genialität am Songwriting macht sich besonders bei diesen Stücken deutlich bemerkbar.
Mit „September IV“  beginnt nun die anfängliche Melancholie des Albums langsam in pechschwarze Finsternis über zu gehen.
Streicher und ein leichtes Dröhnen dominieren dieses Lied, während die Gesangslinien sehr zurückhaltend und zart durch die Boxen schallen.
Der Song „England“ ist nun wieder etwas definierter punktet vor allem mit souliger weiblicher Gastsängerin.
Nach einer Steigerung wird im Mittelteil des Liedes langsam abgedriftet und man bewegt sich schwerelos nach „Island“, dessen proggiger Part am Ende  mit zu den Höhepunkten des Albums gehört.
Doch die wirkliche Kompromisslosigkeit der Band zeigt sich erst am knapp 15-minütigen Finale „Stone Angels“.
Spoken Word trifft auf Orgel und auf ziemlich alle anderen Blas-Instrumente, die man als Laie so kennen gelernt hat.

Letztendlich hat auch diese Platte mit Metal  nur noch wenig zu tun, doch das ist bei Ulver auch nicht mehr nötig. Es wird immer noch der perfekte Soundtrack zum Sonnenuntergang geboten und auch nach dem zehnten Durchgang entdeckt man neue Feinheiten. Wer verspielte, geheimnisvolle und unkonventionelle Musik entdecken möchte, macht mit dieser Platte überhaupt nichts falsch. (aw)


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Bewertung: 12/15 Punkte
Genre: Ambient
Herkunft:
Norwegen
Label: KSkope
Veröffentlichungsdatum:
29.04.2011
Homepage:
www.Jester-Records.com/Ulver

Tracklist

  1. Febuary MMX
  2. Norwegian Goth
  3. Providence
  4. September IV
  5. England
  6. Island
  7. Stone Angels


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