Subway To Sally – „Bastard“

Verfasst am 08. Juni 2008 von Fallen (Kategorie: CD-Rezensionen) — 1.057 views

Herzblut absolut

Wie ein uneheliches Kind wirkt die Platte auf den ersten Blick, da man wohl alle Alben von ihnen wiedererkennen zu vermag, doch bei stetigem Hören offenbart sich wieder die Genialität von STS.
Mit dem ersten Song, der auf Wacken seine Premiere feierte und dazu gleich noch ein Video verpasst bekommen hat, zeigen die Sieben, dass sie auch immernoch hart, der „Engelskrieger“ gleich, können. Mit einem bretterndem Riff startet der Song, der noch kraftvoller und selbstbewusster durch den starken, drängenden Gesang des Eric Fish wird. Gefolgt von dem düsteren Lied „Puppenspieler“, wird man evtl. an das „Bannkreis“-Album erinnert, aufgrund der Violine und der eben bizarren, düsteren Stimmung. Auch hier sticht wieder Eric mit seiner Gesangsleistung, die einen förmlich vor Augen führt, wie er mit der „Puppe“ spielt, heraus.
Gar sehnsuchtsvoll, bewegend und melancholisch kommt der nächste Song, der auch live seine Wirkung nicht verfehlt.
Umbra“ macht seinem Namen auch alle Ehre. Ein dunkler Song vom Verstoßenen. Gewöhnungsbedürftig ist jedoch der non-verbale Anfang. Mit einem Zitat aus dem „Herzblut“-Album startet das Lied „Voodoo“, das auch wiederum für die verzerrte Stimmung des Albums sorgt. Vor allem die Rhythmik und die Akustikgitarre stechen hier heraus, nicht zu vergessen nocheinmal der perfekte Gesang von Fish. Mit „Wehende Stunde“ folgt das meiner Meinung nach schwächste Lied der Platte, da das Lied wie schonmal gewesen klingt. Eine typische STS-Ballade, die sehr an „Verloren“ erinnert. Wildes Getrommel leitet ein weiteres Glanzstück des Albums ein. Mit bewegendem Text des genialen Bodenskis und tragendem, doch anspornendem Riff fordert das Lied gerade zu auf zumindest mit dem Kopf zu wippen.
Unentdecktes Land“ bleibt für mich selbst immernoch etwas schwierig. Zwar knallt auch ein fetter Gitarrensound, unterstützt durch eine wunderbare Violinenmelodie, doch der Text bleibt immernoch „unentdeckt“. Ein anfangs minimalistisches Lied, das sich immer weiter aufbaut, folgt mit dem „Hohelied“. Der Text verdeutlicht, dass die Potsdamer wirklich Herzblutmusiker sind und machen was sie wollen. Mit dem Zwischenspiel „Canticum Satanae“ beiweisen sie wieder, dass nicht nur Eric singen kann. Man kann das Stück vielleicht als Mischung zwischen „Sanctus“ und dem Intro von „Die Hexe“ sehen.
Der nächste Song macht seinem Namen alle Ehre. „Tanz auf dem Vulkan“ lässt niemanden still sitzen. Treibende Gitarren und Schlagzeug verbunden mit einer lieblichen Gesangs- und Geigenmelodie zwingen einen förmlich zu tanzen. Dies ist meiner Meinung nach stärkste Song der Platte.
Fatum“, der quasi Titeltrack des Albums („Als Bastardsohn geboren“), trumpft mit Geige und tiefgreifender Atmosphäre auf. Abgeschlossen wird die CD mit einer weiteren Ballade, gestützt von Geige, Trommeln und Akustikgitarre. Ein geradezu melancholisches, doch bizarr liebliches Ende, quasi „Licht im Licht“.
Im Gesamten kann man sagen, dass die Platte zwar teilweise unausgereift wirkt, da evtl. nicht nur Hampf für die Musik verantwortlich war, sondern alle und deshalb etwas übereilt scheint, doch man verliebt sich sofort in sie. Wunderbare Melodien, saftige Riffs, genialer Gesang, perfekte Texte. Also alles, wofür Subway To Sally stehen, gepaart mit der geradezu brutalen Aufmachung und der Atmosphäre des Albums eine weitere hervorragende Platte von STS, den absoluten Herzblutmusikern. (mat)

stsbastard

Bewertung: 9/15 Punkte
Genre: Mittelalter-/Folk-Rock
Herkunft: Deutschland
Label:
Nuclear Blast
Veröffentlichungsdatum:
19.10.2007
Homepage: www.SubwayToSally.com

Tracklist

  1. Meine Seele Brennt
  2. Puppenspieler
  3. Auf Kiel
  4. Umbra
  5. Voodoo
  6. Wehe Stunde
  7. Die Trommel
  8. Unentdecktes Land
  9. Hohelied
  10. Canticum Satanae
  11. Tanz auf dem Vulkan
  12. Fatum
  13. In der Stille

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