Cradle Of Filth – „Godspeed On The Devil’s Thunder“

Verfasst am 05. Dezember 2008 von Michael Klein (Kategorie: CD-Rezensionen) — 1.062 views

Donner Gottes!

Gleich Vorweg: Wer bisher noch nicht viel mit Cradle of Filth anfangen konnte, wird auch mit deren neuem Werk wahrscheinlich nicht warm werden. Denn die typisch polarisierenden Trademarks wie Danis markante Stimme oder die opulent ausgeschmückten Arrangements sind nach wie vor omnipräsent. Alle anderen geneigten Hörer sollten jedoch mal ein Ohr riskieren, denn den düsteren Engländern ist mit „Godspeed On The Devil’s Thunder” eine echte Überraschung gelungen.

Nach dem durchwachsenen „Nymphetamine“ und dem eher enttäuschenden 2006er-Album „Thornography“ gelingt es der aktuellen Besetzung wieder, sämtliche Stärken der Band zu bündeln und in 13 starke Songs zu pressen. Das Leben des französischen Heerführers, Marschalls und Seienmörders Gilles de Rais liefert die textliche Grundlage dazu. Wie auch schon auf dem zehn Jahre alten Meisterwerk „Cruelty And The Beast“ eignet sich eine Solche düstere Thematik hervorragend für die musikalische Umsetzung der Visionen dieser Band, weshalb „Godspeed On The Devil’s Thunder” in vielen Momenten auch immer wieder an den 1998er-Output erinnert – im besten Sinne. Denn genau wie damals gibt es auch heute viel zu entdecken. Zwischen seidig-atmosphärischen Zwischenstücken und gesprochenen Passagen (erneut leiht Doug „Pinhead“ Bradley seine Stimme) liegen massenweise schwarze Perlen eingebettet. Manche davon glänzend schön (z.B. das an „Nymphetamine“ erinnernde, süßliche „The Death Of Love“), andere roh und ungeschliffen (z.B. das herbe „Darkness Incarnate“). Grandios ist auch das mit derbem Anfangsriff ausgestattete „The 13th Caesar“ oder der groovende Hassbatzen „Honey And Sulphur“. Das Highlight des Werkes bildet aber das überlange „Midnight Shadows Crawl To Darken Counsel With Life“. Ohne Gefangene zu machen, brettern Cradle of Filth knapp neun Minuten lang ein Killer-Riff nach dem anderen raus und beweisen, dass sie zu Recht die Krone des melodischen Black Metals tragen.

Bei aller Abwechslung sind die über 70 Minuten von „Godspeed On The Devil’s Thunder” jedoch immer schlüssig arrangiert und erfrischend zu hören, so dass sich kaum Abnutzungserscheinungen breit machen. Nach den doch eher schwächeren Vorgängern hätte ich nicht gedacht, dass ich so etwas noch einmal behaupten kann. Für mich eines der Highlights 2008. (mk)

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Bewertung: 11/15 Punkte
Genre: Gothic/(Melodic) Black Metal
Herkunft: England
Label: Roadrunner Records
Veröffentlichungsdatum:
24.10.2008
Homepage:
www.CradleOfFilth.com

Tracklist

  1. In Grandeur And Frankincense Devilment Stirs
  2. Shat Out Of Hell
  3. The Death Of Love
  4. The 13th Caesar
  5. Tiffauges
  6. Tragic Kingdom
  7. Sweetest Maleficia
  8. Honey And Sulphur
  9. Midnight Shadows Crawl To Darken Counsel With Life
  10. Darkness Incarnate
  11. Ten Leagues Beneath Contempt
  12. Godspeed On The Devil’s Thunder
  13. Corpseflower

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