V/A – „Covering 20 Years Of Extremes“

Verfasst am 15. Oktober 2008 von Michael Klein (Kategorie: CD-Rezensionen) — 1.127 views

Happy Birthday!

Neben Roadrunner und Nuclear Blast feiert mit Century Media nun bereits das dritte Label innerhalb kürzester Zeit ein rundes Jubiläum. Bereits vor 20 Jahren gründete Label-Chef Robert Kampf, der damals bei der Thrash-Metal-Band Despair gespielt hat, die inzwischen international agierende Firma. Inzwischen hat wahrscheinlich jeder Metal-Fan eine CD aus dem Hause Century Media im heimischen Regal stehen und verfolgt seit zwei Jahrzehnten den ein oder anderen Werdegang der Label-Bands.

Zum feierlichen Anlass wurde nun eine vollgepackte Doppel-CD zusammengestellt, die 32 größtenteils unveröffentlichte Coversongs beinhaltet. Die Grundidee dabei ist so simpel wie genial: Bands aus dem Century-Media-Portfolio covern Bands aus dem Century-Media-Portfolio, das Ganze wird auf zwei Silberlinge verteilt und schick verpackt zum Preis einer einzelnen CD angeboten.

Da das Label für seine breit gefächerte Musikvielfalt bekannt ist, streckt sich auch auf den Geburtstags-CDs die Bandbreite von melodischem Metal bis hin zu ultraderbem Death. Dass bei über 30 Stücken auch die Qualität der neuen Songversionen schwankt ist absehbar. So finden sich neben soliden Neueinspielungen von Mercenary (spielen „Burning Angel“ von Arch Enemy) oder Shadows Fall (spielen Only Living Witness‘ „December“) auch einige Flops. So langweilen Watch Them Die beim einfallslosen Nachspielen von Bloodbaths „Breeding Death“ und Manntis verwandeln Lacuna Coils Hit „Heaven’s A Lie“ in eine üble und überhaupt nicht funktionierende Metalcore-Variante – da hilft auch die Unterstützung der Kollegen von In This Moment nicht mehr.

Herausragend hingegen sind die Schweden Arch Enemy, die sich mit „The Book Of Heavy Metal“ von den Landsmännern Dream Evil ein völlig genrefremdes Stück ausgesucht haben und eine gnadenlos geile Keule daraus gezimmert haben. Dream Evil haben im Gegenzug dafür deren Song „Let The Killing Begin“ in eine fetzige Power-Metal-Nummer mit tuffigen „Aaah“-Chören umarrangiert – Klasse! (Kommentar von Fredrik Nordström hierzu: „We love that song and now we have given the right gay sound!!!“)

Eine absolute Perle haben auch Heaven Shall Burn abgeliefert: Ihnen ist es gelungen, die verstörend-beklemmende Atmosphäre des 14 Jahre alten Tiamat-Stückes „Whatever That Hurts“ einzufangen, zu reproduzieren und dem Ganzen sogar noch ein klein wenig eigene Note hinzuzufügen.

Auch viele andere Künstler haben hervorragende Arbeiten abgeliefert. Erwähnenswert sind hier insbesondere Grave („Vermin“ von Asphyx), Firewind (Nevermores „Believe In Nothing“) oder Devian („Isolated“ von Morgoth).

Am meisten Spaß bereiten die neuen Versionen natürlich immer dann, wenn man mit dem Original vertraut ist. Die überproportional vielen Stücke der Bands aus den Neunzigern werden jüngeren Hörern natürlich unbekannt sein. Aber vielleicht geben sie ja sogar den Anreiz einmal in einen der vielen zitierten Meilensteine reinzuhören.

Für reine Spartenhörer lohnt sich die Anschaffung der Doppel-CD sicher nicht. Wer aber grundsätzlich gefallen an Coversongs findet und gerne mal über den Tellerrand seines Lieblingsstils hören will, wird mit „Covering 20 Years Of Extremes“ garantiert zufrieden gestellt. (mk)

century-media-covering

Bewertung: 8/15 Punkte
Genre: Diverse
Herkunft: Diverse
Label: Century Media
Veröffentlichungsdatum:
12.09.2008
Homepage: www.CenturyMedia.com

Tracklist CD 1

  1. The Book Of Heavy Metal
  2. Broken
  3. Whatever That Hurts
  4. December
  5. Watching Over Me
  6. Alma Mater
  7. Burning Angel
  8. Master Killer
  9. Execute Them All
  10. Vermin
  11. Officer Down
  12. Outconditioned
  13. Human Dissection
  14. Oh My Fucking God!
  15. Baphomets Throne
  16. Breeding Death

Tracklist CD 2

  1. Believe In Nothing
  2. Let The Killing Begin
  3. The Weapon They Fear
  4. Monochromatic Stains
  5. You’ll Never See
  6. Isolated
  7. Downfall Of Christ
  8. Playing Dead
  9. Boxed In
  10. Messiah
  11. Os Abysmi Vel Daath
  12. Doommaker
  13. Words To Live By
  14. Heaven’s A Lie
  15. Leaves
  16. Dixic Whiskey

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