Themenabend 2

Verfasst am 22. April 2020 von Michael Klein (Kategorie: Band Of The Month) — 237 views

Nachdem wir in unserem ersten Themenabend unseren Metal-Einstand ergründet haben, wenden wir uns diesmal von unserem Lieblings-Genre gänzlich ab und stellen euch ein paar Scheiben vor, die uns viel Spaß bereiten.

Welche Nicht-Metal-Alben findet ihr stark?

Sebastian: Gotye – „Making Mirrors“

Sich auf einen einzigen Favoriten festzulegen, ist aus meiner Sicht extrem schwierig. Geschmack verändert sich, zudem wird regelmäßig neue, spannende Musik herausgebracht. Und doch gibt es eben diese Alben, die man immer wieder hören kann, die einem nicht langweilig werden. Eines dieser Alben ist für mich das dritte Gotye-Album „Making Mirrors“. Ja richtig – das mit „Somebody That I Used to Know“ drauf. Zugegeben, dieser Song wurde im Radio in der Tat ein wenig totgespielt und hat Gotye – zu Unrecht, wie ich finde – den Ruf eines One Hit Wonders eingebracht. Dabei ist „Making Mirrors“ vor allem abseits der bekannten Radiosingle extrem spannend. Musikalisch ist nämlich ziemlich viel los auf der Platte. Nach einem kurzen Instrumental-Intro startet die Platte mit der Indierock-Nummer „Easy Way Out“. Außerdem erhalten: Der groovige, Percussion-betonte Song „Smoke and Mirrors“, eine kleine Liebeserklärung an den 70er Soul in Form von „I Feel Better“ sowie einen beinahe-80s-Retrosong in Form von „In Your Light“. Das Album lebt vor allem von den extrem vielen Details, die Gotye fast alle eigenhändig auf die Platte gebracht hat. Mit Ausnahme einiger ausgewählter Gastauftritte ist alles hier von Mastermind Wally De Backer eingespielt worden. Alleine „State of the Art“ mit seinen zig verschiedenen, sich regelmäßig verändernden, ausschließlich auf digitalen Plugins basierenden Sounds, zeigt auf, wie viel Kreativität in dieser Platte steckt. Für mich eines der wenigen No-Skip-Alben in meiner Sammlung. Generell ist aber die gesamte Diskografie von Gotye spannend und hörenswert. Das fanden übrigens auch Karnivool, die „The Only Way“ vom Vorgängeralbum „Like Drawing Blood“ eine eigene Prog-Metal-Version verpasst haben.


„Tim“ Michael: Melissa Horn – „Om du vill vara med mig“

Mir geht es da ähnlich wie Sebastian. Ich höre sehr viel abseits vom Metal, dass es mir schwer fällt, mich auf ein einzelnes Album festzulegen. „Om du vill vara med mig“ von der Singer-Songwriterin Melissa Horn landet jedoch regelmäßig und häufig auf dem Plattenteller.
Nicht nur, dass die Schwedin eine ausgesprochen außergewöhnliche Stimme hat, es gelingt ihr auch, in eine wundervoll melancholische Grundstimmung immer einen Faden hoffnungsvolles Gold einzuspinnen. Denn auch wenn ich kein einziges Wort verstehe, lässt sich jede Emotion in den Stücken des Albums heraushören. Besser kann man es als Singer-Songwriter nicht machen!


Matthiat Staudt: Snarky Puppy – „Live At the Royal Albert Hall“

Metal ist Metal… das ist zumeist der volkstümliche Glaube…. Wenn man einmal in dem Bann ist, ist es schwer sich auch für andere Musikstile zu begeistern bzw. diese erst überhaupt zu entdecken. Bei mir fiel damals der Groschen mit der Band Exivious, bestehend aus EX-Mitglieder von Cynic und Textures. Das Besondere an dieser Band war der Einsatz eines Saxophons. Dies brachte mich letztendlich zum Genre Jazzrock/Fusion. Dank unseres Colos-Saals kommt man hier so richtig auf seine Kosten… (Benny Greb, Nighthawks etc.)
Letztendlich führte mich meine Reise zur der Band Snarky Puppy. Erst später sah ich, dass diese Band sogar mehrmals mit einem Grammy ausgestattet wurde.
Das Ensemble besteht aus ca 25 Mitgliedern und neben Gitarre, Bass, Schlagzeug, Percussions, Keyboard und Trompete, ist natürlich auch ein Saxophon mit dabei!
Die Band brilliert vor allem durch ihren Groove. Jeder Einsatz der Instrumente passt auf den Punkt. Die Musiker haben eine extreme Spielfreude und gehen Live, gerne mal über den Punkt hinaus. Ebenso eine Besonderheit sind die Live-Konzert. Wenn die Band diese als offizielle Alben veröffentlicht, erhält jeder Zuhörer einen Kopfhörer, mit diesem er das Konzert erleben darf.
Ich würde jetzt sehr gerne über dieses Album und seine Musik, den Spielwitz etc. philosophieren, aber ich bin kein Musiker und daher kein Fachmann – dies überlasse ich eher den Profis ;-)
Um einen kleinen musikalischen Einblick sich zu gönnen, empfehle ich jedem sehr gerne nachfolgenden Youtube-Link (https://www.youtube.com/watch?v=L_XJ_s5IsQc 5:10 min bis 8:15 min sehr empfehlenswert) und die das aktuelle neue Live Album „Live At the Royal Albert Hall“. (Spotify-Link Live at the Royal Albert Hall )


Sandro: Casper – „XOXO“

Wir schreiben das Jahr 2011. Der hier schreibende Autor ist zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre alt und hat seine damaligen musikalischen Schwerpunkte auf Black Metal bzw. Thrash Metal. Die meisten meiner Bekannte und Freunden hörten zu der Zeit Bands wie „My Chemical Romance“, „Good Charlotte“ oder auch „Panic! At The Disco“. Diese Art an Musik hat mich jedoch nie angesprochen. War mir persönlich immer zu oberflächlich. Daher habe mich in Black Metal verliebt. Bis eines Tages eine gute Freundin ankam:„Hey! Ich weiß, es ist zwar nicht deine Art an Musik, aber hör dir das an und achte auf die Texte.“ Und da war es. Casper mit seinem Album „XOXO“ mit dem er zu diesem Zeitpunkt komplett durchgestartet ist. Ich habe mich direkt verliebt. Ich kannte Rap bis zu diesem Zeitpunkt nur als Musik in der es darum ging, wer wen fickt bzw. wer wie viele Drogen nimmt, doch das hier war anders. Für mich sind es, damals wie heute, Texte aus dem Leben. Texte mit denen ich mich identifizieren kann. Dies war gepaart mit eingängigen popigen Melodien, welche mir direkt ins Ohr gingen, wie bei „Auf und Davon“. Gerade Songs wie „Das Grizzly Lied“ oder „Alaska“ haben sich seitdem zu sehr wichtigen Titeln in meinem Leben gemausert. Aber dieses Album ist nicht nur dahingehend besonders für mich, sondern es hat mir auch die Augen für Musik abseits der bekannten, metallischen, Wege geöffnet. Und dafür bin ich Casper bis heute dankbar. Dank „XOXO“ habe tolle Künstler und Musiker in allen möglichen musikalischen Bereichen gefunden. Es hat mich gelernt die Scheuklappen abzulegen und sich auch nach links und rechts umzuschauen, denn auch abseits des Weges kann man immer eine Überraschung finden.


Mätt: Fuck Art! Let’s Dance

Die Hamburger habe ich auf dem Umsonst und Draußen in Würzburg zum ersten Mal erlebt und da machten sie so eine gute Laune, dass ich dieses Gefühl jedes mal wieder bekomme wenn ich deren Musik höre. Der frische Synth-Pop mit leichter Tendenz zur Melancholie lädt einfach zum Tanzen und sich bewegen ein. Perfekt, um den Frühling trotz Ausgangsbeschränkung zu feiern! Forward! Future!

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