Year Of The Cobra – „ Ash and Dust”

Verfasst am 06. April 2020 von Sebastian Zeh (Kategorie: CD-Rezensionen) — 196 views

Für Bands gibt es gefühlt eine Art Grundrezept: Zum Lineup einer klassischen Rockband gehört immer ein Sänger, mindestens eine Sechssaiter Gitarre, ein Bassist und ein Drummer. Und dann gibt es da Bands wie Year Of The Cobra, die mit völlig anderen Strukturen ein ziemlich cooles Klangkonzept zustandebringen. Das Duo aus Seattle setzt nämlich auf nur 3 Elemente: Gesang, Bass, Schlagzeug.

Raus kommt am Ende ein extrem fuzziger Stonerrock/-metal. Gleich der Opener „The Battle of White Mountain“ macht keinen Hehl daraus, dass die Band stark von Black Sabbath beeinflusst wurde. Gesangsmelodien, sehr temporeduzierte Riffs, ein Nebeneinander aus härterem Refrain und softeren Strophen – da hat man definitiv in Birmingham gespickt. Dennoch wäre es ungerecht, die Band jetzt hier vorschnell als bloßen Abklatsch zu bezeichnen. Über die gesamte Laufzeit des Albums entwickelt sich ein eigener, konsistenter Sound.

Die einzelnen Elemente greifen einfach sehr gut ineinander: Sängerin und Bassistin Amy Tung Barrysmith kann sowohl sehr soften, ruhigen Gesang („The Divine“), als auch etwas punkiger akzentuierte Vocals („Ash and Dust“) beisteuern und steht damit für Abwechslung. Dasselbe lässt sich über ihr versiertes Lead-Bass-Spiel sagen: Es kratzt und knarzt an allen Ecken und Enden und doch ist da immer wieder Raum für cleane Momente.

Zwar tritt die Band tempotechnisch nur selten mal aufs Gaspedal – etwa bei dem bereits angesprochenen Titeltrack „Ash and Dust“ – dennoch gelingt es aber, die Songs trotz des reduzierten Setups über die gesamte Laufzeit interessant zu halten. Das liegt zum einen daran, dass Drummer Jon Barrysmith mühelos dazu in der Lage ist, Songs mit etwas mehr Wucht an den Kesseln schneller wirken zu lassen, als sie eigentlich sind (etwa auf „At the Edge“). Außerdem nutzt Amy die volle Bandbreite ihrer Effekte aus und gibt ihrem Bass immer wieder neue Sounds. Das Solo des beinahe lasziv klinenden „Demons“ beispielsweise klingt eher nach Keyboards, als einem Viersaiter.

Dank des starken Songwritings kommt keine Langeweile auf. Die Band versteht es, das Maximum aus ihren Mitteln herauszuholen. Nichts klingt zu voll, nichts zu leer. Das extrem krachige Finale von „In Despair“ hat mich dann direkt wieder auf Repeat drücken lassen. (sz)


Bewertung: 13/15 Punkte
Genre: Stoner/Doom
Herkunft: USA
Label: Prophecy Productions/STB Records
Veröffentlichungsdatum: 01.11.2019
Homepage: http://www.yearofthecobra.com

Tracklist

  1. The Battle of White Mountain
  2. The Divine
  3. Ash and Dust
  4. Demons
  5. Into the Fray
  6. At the Edge
  7. Dark Swan
  8. In Despair


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