Metallica– „Death Magnetic“

Verfasst am 18. September 2008 von Mathias Anthes (Kategorie: CD-Rezensionen) — 1.160 views

Das alte Neue

5 lange Jahre hat es gedauert, bis die altehrwürdigen Metallica den Nachfolger ihres 2003er-Albums „St. Anger“ veröffentlichen. Für viele war „St. Anger“ ein Stoß vor den Kopf, es wäre angeblich kein echtes Metallica-Album, es wäre „zu roh“ und würde einfach nicht mit ihren bisherigen Werken harmonieren. Selbsterklärend bestand nun die Panik, dass das neue Album den selben Weg gehen könnte. Doch es gibt Entwarnung: „Death Magnetic“ klingt keineswegs wie sein Vorgänger. Im Gegenteil, es klingt viel mehr wie die alten Langspieler der Kalifornier.

Doch etwas fällt auf, noch bevor man die CD eingelegt hat: Ihr neues, altes Logo. Nachdem sie 1996 für „Load“ ein neues Logo entworfen hatten, welches 2003 für „St. Anger“ erneut ersetzt wurde, sind sie nun ein Stück zurück zu ihren Wurzeln gegangen. Auch an die Kleinigkeiten haben sie gedacht: Lied Nummer vier, „The Day That Never Comes“, ist eine Halbballade, der vorletzte Song „Suicide & Redemption“ ist ein Instrumentalstück und das letzte Lied „My Apocalypse“ ist ein schneller, knackiger Song. Die selbe Anordnung ist auch auf ihrem Meisterwerk „Master Of Puppets“ von 1986 zu finden.

Aber wie klingt „Death Magnetic“ denn nun? Im Prinzip haben die Thrash Metaller das Beste ihrer bisherigen Alben genommen und daraus zehn Riffgewitter gebastelt. Die letzten drei Minuten von „The Day That Never Comes“ erinnern stark an „One“, James Hetfields Gesang in „The Judas Kiss“ klingt wie auf „St. Anger“, die Riffs von „The End Of The Line“ könnten von „Master Of Puppets“ sein und „Cyanide“ klingt wie nichts vorher Dagewesenes. Zudem ist mit „The Unforgiven III“ der dritte Teil der „Unforgiven“-Reihe enthalten, in welcher Sänger Hetfield den Krebstod seiner Eltern aufarbeitet. Es gilt: Egal, welches Album man als das Beste empfindet, egal, welches Album man am meisten hasst – von allen wird etwas dabei sein.

Wer offen für kleinere Neuerungen und viel bekanntes ist, dem wird diese Platte sehr gut gefallen; doch selbst wer verbissen am Thrash Metal der 80er festhält, sollte sich die Scheibe zumindest mal probeweise anhören. Ich bereue den Kauf auf keinen Fall! (ma)


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Bewertung: 11/15 Punkte
Genre: Thrash Metal
Herkunft: USA
Label: Vertigo Records
Veröffentlichungsdatum:
12.09.2008
Homepage: www.Metallica.com

Tracklist

  1. That Was Just Your Life
  2. The End Of The Line
  3. Broken, Beat & Scarred
  4. The Day That Never Comes
  5. All Nightmare Long
  6. Cyanide
  7. The Unforgiven III
  8. The Judas Kiss
  9. Suicide & Redemption
  10. My Apocalypse

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