Sepultura – „A-Lex“

Verfasst am 18. Dezember 2008 von Michael Klein (Kategorie: CD-Rezensionen) — 970 views

Clockwork Orange

Es scheint so, als ob Sepultura gefallen an literarischen Konzeptwerken gefunden haben. Nach dem von Dantes „Divina Commedia“ inspirierten „Dante XXI“ wagen sich die Südamerikaner nun mit ihrem neuen Werk „A-Lex“ an Anthony Burgess‘ „Clockwork Orange“ (vielen auch durch Stanley Kubricks Verfilmung bekannt).

Gleichzeitig markiert das neue Album auch eine neue Episode in Sepulturas Karriere: Es ist das erste Album ohne Schlagzeuger Igor Cavalera. Damit befindet sich Anno 2008 mit Bassist Paulo Jr. nur noch ein einziges Gründungsmitglied in der aktuellen Besetzung der Band. Neuzugang Jean Dolabella versucht die von Igor hinterlassene Lücke zu füllen. Dies gelingt ihm auf „A-Lex“ trotz recht unterschiedlicher Spielweise recht gut. Dort wo der zur Cavalera Conspiracy abgewanderte Felldrescher Igor früher mit Kraft und Härte Akzente setzten konnte, stellt der Debütant Dolabella mehr Technik und Dynamik entgegen, was dem aufwendigen Konzeptwerk aber deutlich zugute kommt.

Eröffnet wird das Album von „A-Lex I“. Einem von vier Instrumentalstücken, die zwischen den restlichen Songs immer wieder für kurze Atempausen sorgen. Denn ab dem nachfolgenden „Moloko Mesto“ ist klar: Es regiert die Keule! Man fühlt sich unweigerlich an die gewalttätigen Raubzüge von Hauptdarsteller Alex erinnert. Es hagelt hauptsächlich kurze schnelle Attacken (acht Songs bleiben deutlich unter 3 Minuen) und ungewohnte Experimente (z.B. das freakige „Filthy Rot“ oder das „Klassik-Thrash-Stück“ „Ludvig Van“). Dadurch klingen Sepultura ungewohnt unkontrolliert und punkig, was Fans der „alten“ Sepultura allerdings noch mehr verschrecken wird, als dies bereits vorher der Fall war. Nur noch in ganz wenigen Augenblicken schimmert etwas „Chaos A.D.“ oder „Roots“ durch. Fans der neueren Stunde werden sich aber weiterhin an Derrick Greens voluminöser Stimme und Andreas Kissers Gitarrenarbeit erfreuen können.

Die Brasilianer haben so gesehen eigentlich nicht viel Falsch gemacht. „A-Lex“ krankt jedoch an seiner (gewollten?) Sperrigkeit und dem „Nicht-Vorhandensein“ von Hits, die man nach dem Genuss der CD mitgrölen und mitbrüllen will. (mk)

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Bewertung: 7/15 Punkte
Genre: Thrash Metal
Herkunft: Brasilien
Label: Steamhammer
Veröffentlichungsdatum:
23.01.2009
Homepage: www.Sepultura.com.br

Tracklist

  1. A-Lex I
  2. Moloko Mesto
  3. Filthy Rot
  4. We’ve Lost You!
  5. What I Do!
  6. A-Lex II
  7. The Treatment
  8. Metamorphosis
  9. Sadistic Values
  10. Forceful Behaviour
  11. Conform
  12. A-Lex III
  13. The Experiment
  14. Strike
  15. Enough Said
  16. Ludvig Van
  17. A-Lex IV
  18. Paradox

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