Scar Symmetry – „Holographic Universe“

Verfasst am 18. Juli 2008 von Mathias Anthes (Kategorie: CD-Rezensionen) — 1.396 views

Ganz oben auf dem Olymp

Man sagt, das dritte Album ist das schwerste und wichtigste einer Band. Man sagt, das dritte Album bestimmt, ob eine Band Zukunft hat. Ich sage: Scar Symmetry haben eine sehr große Zukunft vor sich! Ihr neuer Geniestreich „Holographic Universe“ ist eines der besten Alben des Melodic Death Metal, die es zur Zeit gibt.
Als ich die limitierte Edition in den Händen hielt, dachte ich zuerst es wäre eine „normale“ Limited Edition. Tatsächlich sind in der edlen Zinn-Box nur 4 Sticker dabei, doch das wirklich Besondere ist, dass es nur 500 Stück dieser Ausgabe gibt – ich bin stolzer Besitzer von Nummer 391. Viele wird das nicht überzeugen, die drei €uro Mehrpreis zu zahlen, doch einem echten Musikliebhaber wie mir ist es das auf jeden Fall wert.

Doch nun zum Musikalischen: Das Album ist mehr als nur „mehr vom Gleichen“. Die Platte ist härter und schneller als die Vorgänger „Symmetric In Design“ und „Pitch Black Progress“.
Der erste Song heißt „Morphogenesis“. Natürlich konnte ich wieder nicht widerstehen und habe mir den Song bereits im Voraus auf ihrer MySpace-Seite angehört. Zwar zeigt er gut auf, in welche Richting sich das Album bewegt, doch was danach kommt ist noch viel besser.
Stück Nummer zwei hört auf den Namen „Timewave Zero“. Man erwartet von einer Band wie Scar Symmetry, dass nun ein sehr melodisches Stück folgt. Doch das gibt’s nicht. Stattdessen gibt’s einen Schlag in die Fresse. Nach dem Intro kommt dann doch noch eine relativ ruhige Stelle, doch das dauert nicht lange an; danach regieren wieder die harten Riffs der Gitarren und die Double Bass, welche donnert was das Zeug hält.
Ein Novum für Scar Symmetry sind unter anderem die Staccato-Gitarren während „Quantumleaper“, oder das kurze Geigen-Intro bei „Artificial Sun Projection“. Man wird zwar nicht zwingend mehr Neuerungen finden, doch alleine dass das Tempo angezogen wurde (bei den meisten Songs) lässt die gesamte Platte dynamischer wirken. Die beiden Vorgängeralben hatten zwar auch schnelle Lieder, doch wirkten sie insgesamt etwas schwerfälliger.
Der klare Gesang ist immer wieder Ausgangspunkt für Diskussionen: Die Einen sehen darin die Verwässerung des Death Metal, die Anderen sehen es als eine Bereicherung. Wenn Hypocrisy plötzlich mit klarem Gesang kommen würden wäre ich natürlich auch erzürnt, doch wer kompromissloses Gebolze möchte, ist bei der Göteborger Schule im falschen Sub-Genre. Hier gehört er einfach mit dazu, und das ist auch gut so. Er bildet einen wunderbaren Kontrast zu den Growls und wirkt nicht übertrieben verweichlicht. Zumindest meistens, nur im letzten Song „Ghost Prototype II – Deus Ex Machina“ wirkt es stellenweise wie von einem Eunuchen gesungen, doch die wunderschöne Gitarrenmelodie beim Kehrvers macht diesen Ausrutscher mehr als vergessen.

Ich wüsste nicht was es an dieser Scheibe auszusetzen gäbe und kann deshalb ruhigen Gewissens eine absolute Kaufempfehlung aussprechen. Ich bin gespannt wie Scar Symmetry dieses Meisterwerk zu toppen versuchen werden. (ma)

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Bewertung: 14/15 Punkte
Genre: Melodic Death Metal/Göteborger Schule
Herkunft: Schweden
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungsdatum:
20.06.2008
Homepage: www.ScarSymmetry.com

Tracklist

  1. Morphogenesis
  2. Timewave Zero
  3. Quantumleaper
  4. Artificial Sun Projections
  5. The Missing Coordinates
  6. Ghost Prototype I – Measurement Of Thought
  7. Fear Catalyst
  8. Trapezoid
  9. Prism And Gate
  10. Holographic Universe
  11. The Three-Dimensional Shadow
  12. Ghost Prototype II – Deus Ex Machina

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